Ein epochales Buch ist bei Urbanophil in Vorbereitung. Es wird das erste Buch über die von Rudolf Otto Salvisberg entworfene Siedlung Elsengrund in Berlin-Köpenick, eine Siedlung auf dem Weg zur Moderne, die selbst und deren Bewohner:innen Geschichte(n) geschrieben haben. Wir berichten, sobald das Buch bestellt werden kann!

Karin Danyel sammelt seit über 30 Jahren in und zu ihrer Nachbarschaft, der Siedlung Elsengrund in Berlin-Köpenick, Archivquellen und Erinnerungen. Ihr wurden dabei beeindruckende Lebensberichte und bisher unveröffentlichte private Fotos anvertraut, die den Esprit des Buches ausmachen, das sie derzeit in ihrem Elternhaus im Elsengrund schreibt und dass im kommenden Jahr bei Urbanophil erscheinen wird. Die Dokumente belegen das wechselvolle Leben der Bewohner:innen vom Entstehen des Elsengrundes in der Weimarer Republik um 1919 bis in die heutige Zeit und sind Zeugnis dafür, wie sich die Siedlungsarchitektur in den über 100 Jahren ihres Bestehens ebenso gewandelt hat.
Einige von denen, die zeitweise dort lebten, sind bekannt geworden. Allen voran der erste Regierende Bürgermeister von Berlin, Ernst Reuter, die Bauhauskünstlerin Marianne Brandt oder die Gründerin der Arbeiterwohlfahrt Marie Juchacz. Doch auch weniger bekannte Frauen und Männer beeinflussten das Leben in der Siedlung, ob als Beamte und Angestellte im nahen Berlin oder vor Ort als Betreiber:innen von zahlreichen Ladengeschäften, als Handwerker:innen oder in Heimarbeit. Sie alle haben diesen einen Ort geprägt, die Häuser durch ihr Leben verändert und werden in dem Buch der Autorin Karin Danyel gewürdigt. Dabei beleuchtet sie ebenso das dunkelste Kapitel der Siedlungsgeschichte: die Köpenicker Blutwoche von 1933.
Gewürdigt wird auch Leben und Werk des Architekten der Siedlung, Otto Rudolf Salvisberg. Berühmt geworden ist er insbesondere durch seine Beiträge zu den Berliner Siedlungen der Moderne. Die weiße Stadt, bereits Teil des UNESCO-Welterbes, ist wohl das Meisterstück, die Waldsiedlung Zehlendorf (zusammen entworfen mit Bruno Taut und Hugo Häring) soll nun vielleicht auf die Erbeliste folgen. Die wesentlich traditionellere Siedlung Elsengrund, so die These von Karin Danyel, ist in seinem Werk – und auch auf dem Weg zur Moderne in der Berliner Architektur – ein Schlüsselscharnier.
Karin Danyel, Der eine Ort. Die Siedlung Elsengrund in Köpenick, ca. 280 Seiten, ca. 160 historische und aktuelle Abb., Quellen und Dokumente, erscheint im kommenden Winter 2026/27 bei Urbanophil.