Quelle: palast.jetzt

Ganz ohne Nostalgie, sachlich, ironisch und in der erinnerungspolitischen Intention bitterernst: Pünktlich zur Eröffnung des Humboldt-Forums ging die Homepage des Vereins palast.jetzt e.V. online. Der Verein möchte “dazu beitragen, dass die konfliktive Geschichte in der Berliner Mitte präsent bleibt und verhindern, dass mit der Fertigstellung der Schlossbaustelle eine jahrzehntelange Debatte vermeintlich endet.” Ziel ist laut Satzung der Neubau des Palasts der Republik. In einem Fünf-Punkte-Plan stellt die Initiative aus Künstler:innen, Architekt:innen, Denkmalpfleger:innen und Kulturschaffenden ihr Vorgehen zur Verwirklichung dieses Ziels vor. Logisch, da bietet sich Copy&Paste mehr als an. Denn die Schlossherren haben ja Stück für Stück vorgemacht, wie man ein Vorhaben umsetzt, dass zu Beginn etwas verrückt wirkt. Man darf nun spenden für die Errichtung eines Bronzemodells des Palasts vor dem neuen Schloss, für den Aufbau einer lebensgroßen Palast-Simulationsplane und letztlich für den Neubau der Palast-Fassaden. Aussichtslos? Na ja… Der baukulturelle und künstlerische Wert des Palasts der Republik als Gesamtkunstwerk ist ja eigentlich schonmal von allen Seiten anerkannt: Im Shop des neuen Schlosses werden sogar die Original-Lampen aus dem Palast zum Kauf angeboten. Wem gehört eigentlich das Design-Erbe aus dem Palast? Wer bekommt denn den Erlös aus seinem Verkauf?

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