„Wenn es nicht in unserem Archiv erfasst ist, dann existiert es nicht.“ Diese Aussage einer Archivarin in Star Wars Episode II erweist sich nicht nur im Film als wahr und unwahr zugleich, sondern auch und insbesondere im öffentlichen Raum der Stadt. Eines von vielen Beispielen dafür ist der hier gezeigte Garten von Remzi Karatas auf dem Hof des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museums, dessen Geschichte am 9. Februar bei der Buchvorstellung von Gülsah Stapels “Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft” erzählt werden wird.

Garten von Remzi Karatas Museum Friedrichshain Kreuzberg aus dem buch Recht auf Erbe von Gülsah Stapel

Mit seinen Bauwerken, Straßen, Plätzen, Kunstwerken und gesetzten Erinnerungszeichen stellt der öffentliche Raum ein gemeinsames Erbe der Stadtbewohner*innen dar, welches unterschiedlich, parallel und plural angeeignet und bespielt wird. Museen, Denkmalschutzämter, Archive, Gedenkstätten, Geschichtsdidaktiker*innen und kommunale Vertreter*innen tragen die Verantwortung für den Umgang mit dem Erbe der Stadt – und diese vertreten vielleicht, je nach Perspektive, Forschungsmethoden und Wissensstand, einen selektiven Ausschnitt des Erbes. Anderes bliebt unsichtbar, verborgen, als ob es nicht existiere.

In ihrem Buch „Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft“ zeigt Gülsah Stapel dies exemplarisch an bislang übersehenen, versteckten Erinnerungsorten türkeistämmiger Menschen in Berlin und deckt dabei Zusammenhänge und Erzählungen auf, die der bereits bekannten Berliner Geschichte eine neue Tiefe geben. Wenn wir, so der Gedanke der Stadtforscherin, von Migrationsgesellschaft in Zukunft nicht nur sprechen, sondern diese auch leben wollen, müssen wir uns ebendiese Erinnerungspolitik genau ansehen. Denn die Art und Weise, wie kulturelles und bauliches Erbe konstruiert und rezipiert wird, kann eine bedeutende Rolle auf dem Weg zu einer wahren Migrationsgesellschaft spielen.

Das Buch „Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft. Eine Studie an Erinnerungsorten türkeistämmiger Berliner*innen“ von Gülsah Stapel erscheint am 9. Februar 2023 bei Urbanophil. Mehr Informationen zum Buch und die Möglichkeit zur Vorbestellung gibt es hier.

Bei der Book Release liest die Autorin aus ihrem Buch und diskutiert ihre Forschung und Erkenntnisse mit der Direktorin des FHXB-Museums Natalie Bayer und Verena Pfeiffer-Kloss vom Urbanophil Verlag.

FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum
Adalbertstraße 95a
Kottbusser Tor

9. Februar 2023
18 Uhr
Eintritt frei