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Türchen 19 Adventskalender 2021 Wohnen auf dem Wasser

#19 Wasser & Uferlagen. Arbeitsplattformen des Wahrscheinlichen

Berlin ist mit vielen Wassern gewaschen. Während im Spandauer Nordhafen, einem Stichkanal der Havel, im Winter sechs Bootsfracks herrenlos herumdümpeln, und der Bezirk nicht so recht weiß, wie er sie los wird, bleiben die Kulturhafenkapitäne in der Rummelsburger Bucht sehr beweglich. Mit meinungsstarken Manövern parieren die Initiativen „Spree:publik“ und „Bucht für alle“ die Angriffe der Stadtverordneten und schreiben der Bezirkspolitik ein „Armutszeugnis“ aus. Auch Lichtenberg weiß nämlich nicht so recht, wie Hausboote, schwimmende Hütten von Obdachlosen und Kulturflöße vom See...
Türchen 17 Adventskalender Corona

#17 Corona. Metamorphosen im Namen der Medizin

Es ist ein Reflex der Großstadt: In Krisenzeiten holt Berlin seine Großstrukturen heraus. Das war in der Flüchtlingskrise von 2015 so und es ist im Pandemiejahr 2021 so. Nacheinander poppen in der Stadt sechs Impfzentren auf. Noch vor Neujahr macht die Arena in Treptow den Anfang. Im Januar und Februar folgen das Erika-Heß-Stadion in Wedding, die Messe in Charlottenburg, der Flughafen Tegel in Reinickendorf, das Velodrom in Friedrichshain und – im März – das Flughafengebäude in Tempelhof. Was für Metamorphosen!...
Eiszapfen vor Eisenbahnlandschaft

Was bleibt der Metropole im Lockdown?

Eiszeit, Kälte und Erstarrung oder die Schönheit der Ruhe? Urbanität und Lockdown. Berlin ist nicht Berlin im Lockdown, das steht im Grunde außer Frage. Oder? Was sich genau verändert hat – oder derzeit anders ist als sonst –, wo die Berliner Identität unverändert geblieben oder sogar intensiver geworden ist und wie die Berliner*innen ihre Stadt und ihr persönliches Leben in der ruhig gestellten Metropole wahrnehmen, das erforscht derzeit Majken Bieniok von der Hochschule für angewandte Pädagogik. In ihrem Forschungsbeitrag, so...

War was? – Ein Lockdown-Spaziergang in Moabit

Wie viele andere Menschen gehe auch ich seit Ausbruch der Pandemie regelmäßig spazieren. Mitte Dezember, am ersten Tag des zweiten „harten“ Lockdowns, bin ich einmal die Turmstraße auf und ab geschlendert, eine belebte Einkaufsstraße in Berlin-Moabit. Was hat sich verändert, seit die neuen Einschränkungen in Kraft sind? Leider ziemlich wenig. Gleich mein erster Gedanke, als ich auf die Straße trete: „Ist ja genau wie gestern“. Auf dem Bürgersteig herrscht geschäftiges Treiben, die Schaufenster erleuchten das trübe Wintergrau, der Verkehr rauscht...