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Rink Lokale Wohnungspolitik Nomos

Buchrezension: „Lokale Wohnungspolitik“ von Rink/Egner

Dem Thema Wohnen sei in der Öffentlichkeit, so konstatieren Dieter Rink und Björn Egner, seit 2010 eine vermehrte Aufmerksamkeit zugekommen. In Ihrem Buch „Lokale Wohnungspolitik“ versammeln sie deshalb Detailstudien aus 14 deutschen Großstädten, um sich dem Thema strukturiert anzunehmen. Entgegen Entwicklungen der 1990er und 2000er Jahre werde der Diskurs zur Frage des Wohnens wieder in der Öffentlichkeit geführt und von Bundesregierung bis hin zu lokaler Zivilgesellschaft aufgegriffen. Dabei spielten sowohl baustrukturelle als auch politische Fragestellungen eine Rolle. Die Frage des Neubaus wird damit nicht nur technisch geführt, sondern vermehrt auch als „neue Wohnungsfrage“. Dadurch werden auch grundsätzliche Fragen der Zurverfügungstellung...

Buchrezension: „Urban Religion“ von Jörg Rüpke

Abb. De Gruyter In seinem Buch „Urban Religion“ löst sich Jörg Rüpke von alten Modellen der Verbindung von Stadt und Religion und entwickelt diese im Sinne einer „Lived Ancient Religion“ fort. Ein Vorhaben, dass sich mit derzeitigen Diskussionen um die postsäkulare Stadt produktiv verbindet, in seiner Schwerpunktsetzung aber nicht immer hinreichend argumentiert. Rüpke ist Inhaber der Professur für Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Erfurt und widmet sich in seinem neuen Buch den vielfältigen Verbindungen zwischen Stadt und Religion. Die Publikation ist im Kontext des Forschungskollegs „Religion and Urbanity: Reciprocal Formations“ des Max-Weber-Kollegs Erfurt entstanden. Als Klassischer Philologe und Religionswissenschaftler nimmt...
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Rezension: Religion in der Stadt von Christopher Zarnow

Das Buch „Religion in der Stadt. Räumliche Konfigurationen und theologische Deutungen“ von den Herausgebern Christopher Zarnow, Birgit Klostermeier und Rüdiger Sachau ist eine der wenigen Publikationen in Deutschland, die sich einer Reflektion von Religion und Stadt sowohl in Theologie als auch in Stadtforschung annimmt. Aufbauend auf den Veranstaltungen und Erfahrungen der Arbeitsstelle „Theologie der Stadt“ der Evangelischen Kirche in Berlin vereint das Buch Forscher verschiedener Disziplinen und schafft es dadurch, einen ersten Überblick über Fragestellungen und Problematiken zu geben. (mehr …)
Cover "Archigram - The Book"

urbanoReview: Archigram – The book.

Just what is it, that makes Archigram still so appealing, dass Ende 2018 Archigram – The Book erscheint und zum ersten Mal die kurzen 14 Jahre Archigram in Gänze – vom ersten Flugblatt bis zur Auflösung der Gruppe – nachvollziehbar macht? Archigram bestand aus sechs Architekten, die vier noch lebenden Mitglieder haben an der Erstellung des Buches mitgewirkt. Alle wichtigen Entwürfe, Architekturprojekte, Masterpläne, Modelle, Ausstellungsarchitekturen und Aktionen, die legendären Magazine und Poster werden im Buch als Faksimile gezeigt und zuweilen durch Essays der Archigram-Mitglieder und Wissenschaftler kommentiert. Es vereint damit eine Innen- und eine Außensicht auf das Werk der Avantgardisten....

urbanoREVIEW – Sensual City Studio: A History of Thresholds

„How can an architect show what cannot be seen but only felt?“ fragen sich die Pariser Architekturphilosophen Sensual City Studio in ihrer täglichen Praxis. Mit ihrem Bildessay „A History of Thresholds - life, death & rebirth“ geben sie am Beispiel des architektonischen Elements der Schwelle eine denkbare Antwort auf diese Frage. Gleichzeitig erklären sie mit dem Lebenszyklus der Schwelle – life, death & rebirth – das Mensch-Raum-Problem der Moderne auf andere Art und schlagen die Neuerfindung der Schwelle als konkrete Lösung vor. An der empfundenen Anonymität, der Distanz, Leere, Beliebigkeit und Unnahbarkeit moderner Stadtstruktur und Architektur, so suggeriert es der...

Rezension: Vergessene Schulen. Architekturlehre zwischen Reform und Revolte um 1968

Die Auslöser, Nach- und Auswirkungen der Proteste und Bewegungen rund um das Jahr 1968 werden derzeit – 50 Jahre danach – vielfach diskutiert. Einen fokussierten Blick auf die Anfänge dieser Umbruchzeit lenkt das Buch „Vergessene Schulen. Architekturlehre zwischen Reform und Revolte um 1968“, das 2017 erschien, herausgegeben von Nina Gribat, Philipp Misselwitz und Matthias Görlich. Im Mittelpunkt des Buches stehen Zeitzeug*innen der Proteste an Architekturfakultäten. Aus Gesprächen mit ihnen, darunter Harald Bodenschatz, Klaus Brake, Franziska Eichstädt-Bohlig, Helga Fassbinder und Dieter Frick, entsteht ein Panorama der studentischen Reform- und Protestbewegungen an Architekturfakultäten in Deutschland um 1968. Dargestellte Schwerpunkte sind die TU...
Brigitte Parade / Christoph Parade: Gymnasium, Hückelhoven, Deutschland, 1963{Entwurf}–1974. Foto: Christoph Parade ca. 1974

Buchrezension: SOS Brutalismus

Betonmonster im Leinengewand Mehrere hundert nagelneue Seiten Architekturgeschichte liegen auf dem Tisch. Oben rechts auf dem Buchcover prangt leuchtend rot „SOS“. Der Hilferuf gilt den Bauten des Brutalismus, von denen zahlreiche in dem Buch „SOS Brutalismus. Eine internationale Bestandsaufnahme“ vorgestellt und analysiert werden. Das Buch wurde herausgegeben von Oliver Elser, Philip Kurz und Peter Cachola Schmal (DAM) und ist 2017 bei Park Books erschienen. Es ist die Dokumentation eines gemeinsamen Projektes des Deutschen Architekturmuseums und der Wüstenrot Stiftung, das eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Brutalismus zum Ziel hat. Die Herausgeber reagieren mit dem Buch auf das gestiegene Interesse in der...

Buchrezension: „Das Erbe des Flanierens“ von Karsten Michael Drohsel

Schon nach den ersten Seiten merkt der Leser, dass „Das Erbe des Flanierens“ ein besonderes Buch ist. Wie beim Flanieren streift der Blick direkt zu Beginn interessiert über Textfragmente und Hervorhebungen, die in das Layout eingearbeitet sind und ihm dadurch Spannung verleihen. Es ist aber keine Beliebigkeit eingestreuter Zitate und Gedanken, sondern von Anfang an ein Trainieren der eigenen Wahrnehmung, das Karsten Michael Drohsel im Sinn hat und das, ganz im Sinne des Buches, einen neuen Blick auf altbekannte Muster bedingt. Der Autor, selbst Diplom-Ingenieur für Stadt- und Regionalplaner, distanziert sich von Anfang an von einigen klassischen Verfahren der räumlichen...

Rezension “Pioniere des Comics – Eine andere Avantgarde” Hrsg.: Alexander Braun/Max Hollein

Eine Rezension von Sebastian Strombach URBANE COMICS Es geschah irgendwann Mitte der 1980er in einen düsteren Hinterhofzimmer: Bei meinem ersten Berlinbesuch lag bei meinem Onkel eine Ausgabe von Little Nemo im Bücherregal. Ich weiss nicht mehr, ob mir der Comic damals gefiehl oder nicht, aber es muß doch KLICK gemacht haben: ich klein und verloren in dieser seltsamen Mauerstadt, und dann die Geschichte von einem Jungen, der mit einem Zeppelin zum Mars fliegt und dort Abenteuer in unendlichen Straßenschluchten erlebt. Die Szenerie hat mich jedenfalls nicht mehr losgelassen, und dass mein Onkel in der Druckerei des Tagesspiegels in der Potsdamer...

Rezension „Religiöse Netzwerke“ von Alexander-Kenneth Nagel

Treue Leser haben sicherlich bemerkt, dass das Thema Religion und Stadt immer wieder mal in den Rezensionen aufgegriffen wurde, im Gegensatz zu anderen Werken stehen im Buch „Religiöse Netzwerke“ von Alexander-Kenneth Nagel aber nicht die Bauwerke im Mittelpunkt, sondern die sozialen Verbindungen zwischen und zu Religionsgemeinschaften. Der Untertitel „Zivilgesellschaftlichen Potentialen religiöser Migrantengemeinden“ macht dies bereits deutlich und auch die Auswahl der Fallbeispiele zielt darauf ab, einen möglichst vielfältigen Einblick in die zukünftigen Möglichkeiten eines Miteinanders in der Stadt zu geben. (mehr …)