Foto: Christian Kloss

Spätestens mit Beginn der Freiluftsaison bevölkern sie wieder Gehwege, Imbissbudenvorplätze, Schrebergartenlokale und Terrassen von Restaurants: Plastikstühle, offiziell Monoblock. Um ihren Wert für Berlin geht es unter anderem in der neuen ARCH+. Sie ist Berlin, seinen Entwicklungslinien der Vergangenheit und möglichen Perspektiven für die nahe und ferne Zukunft gewidmet. Das beeindruckend breite Themenspektrum der Artikel regt zur Reflexion über urbane Phänomene, Chancen und Realitäten Berlins und innovative Stadtentwicklungsprozesse an. Sehr lohnenswerte Lektüre!

Im Beitrag „Berlin ist hässlich – und das ist gut so! Der Wert des Hässlichen für den Urbanitätsdiskurs“ von Jürgen Krusche geht es unter anderem auch um die Bedeutung von Plastikstühlen für die Wahrnehmung und Profilierung von Stadt. Er befasst sich in seinem Artikel mit der Frage nach Verständnis von städtischer Schönheit, Ordnung, Image und Sauberkeit und den damit verbundenen Schlussfolgerungen und Auswirkungen auf Planung, Nutzung und Wahrnehmung städtischer Räume.

Für ihn ist ein besonderes Merkmal Berlins die Freiheit und Unordnung, die sich auch in der häufig anzutreffenden Plastikstuhl-Möblierung widerspiegelt. Städte ohne Plastikstühle sind demnach dann eher durch Perfektionismus, Unfreiheit und wenig Toleranz für das Unfertige geprägt. Für Städte, so Krusche, die großen Wert auf ihr Branding legen, sei dieser Stuhl inakzeptabel, sogar bedrohlich. In diesem Zusammenhang führt der Autor Bern an, seit 2003 die weltweit erste Stadt mit einem Plastikstuhlverbot, andere schweizer Städte sind diesem „Vorbild“ gefolgt.

Mehr zum Wert des Hässlichen in der neuen ARCH+ und mehr für Plastikstuhlliebhaber gibts hier: plastikstuhl.de