
Neurologen der Uni Heidelberg glauben in Laborexperimenten nachgewiesen zu haben, dass das Stadtleben nachhaltige Veränderungen des Gehirns bewirken kann. Lange Zeit galten die Auswirkungen des Stadtlebens auf den Menschen als ein Themenfeld der Soziologie. Nun haben sich also die Forscher daran gemacht, Simmels blasierten Großstädter auch neurologisch nachzuweisen.
Die Kernaussage der Forscher ist, dass das Stadtleben ein hohes Maß an sozialem Stress für das Gehirn bedeutet. Und Stress wiederum steigert das Risiko schizophren zu werden. Schizophrenie sei unter Stadtbewohnern zwei Mal häufiger zu beobachten, als bei Landleuten.
Da die Forscher ihren Ergebnissen selbst nicht so ganz zu trauen scheinen, wollen sie in einem weiteren Schritt nun gemeinsam mit Sozialwissenschaftlern die Ursachen des sozialen Stressen ergründen, um eine direkte Verbindung von Stressverursachern und Gehirnveränderung nachweisen zu können.
» Aufsatz der Forscher in NATURE (kostenpflichtig)
