Stadtluft macht frei“ ist heute noch ein gängiges Sprichwort. Es entstammt wohl dem Mittelalter, als Städte einen Zufluchtsort für Leibeigene vor ihrem Herren boten und die Möglichkeit ein freier Bürger zu werden.
Geht es nach Tom Monaghan, so befreit die Luft seiner gegründeten Stadt „Ave Maria“ in Südflorida die Bürger von den irdischen Lastern der Außenwelt und ein Leben in ihr führt in den Himmel. Tom Monaghan ist Gründer der Fast-Foodkette Domino’s Pizza und steckt nach deren Verkauf 1998 sein Vermögen in verschiedene katholische Projekte. Dieses Jahr folgte die Gründung von „Ave Maria“, einer Retortenstadt für 8 bis 25.000 Bewohner samt Universität. Hier sollen streng gläubige Katholiken ein Leben unter ihresgleichen finden können.

(Quellen: Homepage Ave Maria und Universität der Stadt)
Schaut man nach den räumlichen und architektonischen Ausprägungen dieser religiösen Stadtgründungen, so fallen nur wenige Unterschiede zu denen des New Urbanism auf. Nur das Zentrum bildet hier eine von Monaghan selbst entworfene Kathedrale und die Straßen heißen Johannes-Paul-Boulevard oder Verkündigungs-Ring. Die Besonderheit liegt anscheinend eher in dem Versuch einen Raum nach katholischen Werten und Regeln zu verwirklichen. So sollen z.B. Kondome, Abtreibungen und Pornographie mittels Auswahl der Bewohner verbannt werden. Das Fluchtbedürfnis zu einem solchen Ort scheint sich allerdings in Grenzen zu halten. Der Verkauf der Wohnungen und Häuser verläuft nur schleppend und es werden nun auch Menschen anderer oder mit gar keiner Religionszugehörigkeit nicht mehr ausgeschlossen.

Quellen: ARD, Video CNN, Video von BonitaNews