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Bildungsschock im HKW Berlin

Der Westen startete in den 1960er Jahren eine Bildungsoffensive, da die Sowjetunion mit Sputnik (1957) die erste Etappe im Wettlauf um das All gewann. So – kurzgefasst – die Argumentation des Hauses der Kulturen der Welt, in dem derzeit und bis 11. Juli 2021 die Ausstellung "Bildungsschock" zu sehen ist. Die Schau zeigt, wie die Räume des Lernens unter dem Druck demografischer und technologischer Entwicklungen, des Kalten Krieges und der 1968er-Bewegungen permanent neu gedacht und geplant wurden. Begleitend zur Ausstellung läuft an acht Berliner Schulen das Projekt Bildung in Beton. Schüler*innen setzen sich hier gemeinsam mit Künstler*innen mit ihren Schulgebäuden aus...
Berlinische Galerie Anything Goes Modell Friedrichstraße

“Anything Goes?” Fragen zur Berliner Postmoderne

Ein Gastbeitrag von Felix Richter Ist das noch MODERN oder schon POSTMODERN? Die eben eröffnete Ausstellung: "Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre" in der Berlinischen Galerie stellt diese Frage nicht explizit, vielmehr ist sie Impulsgeber, im schillernden Kaleidoskop der geteilten Berliner Baugeschichte noch einmal gezielt dieser Frage nachzugehen. Moderne oder Postmoderne? Ob als gesellschaftliche Epochendiskussion oder ästhetische Stildebatte – nur selten gehen die Einschätzungen von ArchitektInnen, KunsthistorikerInnen und Architekturinteressierten so lebhaft und facettenreich auseinander wie im Fall des vielfach postulierten Übergangs zur Postmoderne, der mehrheitlich in den frühen 1970er Jahren gesehen wird: Folgt auf die zukunftszugewandte Ära der Moderne tatsächlich eine...
Web-App der Berlinischen Galerie zur Ausstellung Anything Goes

Raus in die Stadt! Rein ins Museum! “Anything Goes?” in der Berlinischen Galerie

Gestern öffnete die Berlinische Galerie nach dem langen Lockdown ihre Glaspforte für BesucherInnen. Gezeigt wird – seit sechs Jahren nun endlich mal wieder – eine große Architekturausstellung: Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre. Damit setzt die Architektursammlung des Landesmuseums für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur die Aufarbeitung von Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne fort, die sie 2015 mit der Schau "Radikal Modern" begonnen hatte. Für "Anything Goes?" haben die Kuratorin Ulla Müller und ihr Team die Museumssammlung durchforstet und zugleich mit zahlreichen ArchitektInnen und PlanerInnen zusammen gearbeitet, die damals für die Stadtentwicklung in Ost- und West-Berlin gewirkt haben: darunter...

Vernissage: Das verborgene Architekturerbe der Alliierten

Am 24. Oktober 1950 wurde im Rathaus Schöneberg – damals Sitz des Regierenden Bürgermeisters von West-Berlin – die Freiheitsglocke eingeweiht. Die Freiheitsglocke ist ein Geschenk der Amerikaner, das am kommenden Samstag nun 70 Jahre alt wird. Meist etwas jünger aber mittlerweile ebenso ein Geschenk an die Stadt Berlin sind auch zahlreiche der Bauten, die die Alliierten in der geteilten Stadt errichtet haben. Viele dieser Bauten sind Denkmale der internationalen Nachkriegsmoderne in Berlin, die meisten sind heute öffentlich genutzt. Während einige unter ihnen wie das Kino Aiglon (Foto: Mila Hacke), das Amerika-Haus oder das Marshall-Haus recht bekannt sind, werden viele dieser...
urbanophil-architecture-exhibition-weekend

Architecture Exhibitions Weekend

AEW Am 20. und 21. Juni 2020 findet zum dritten Mal das Architecture Exhibitions Weekend in Berlin statt. An diesem Wochenende zeigen unterschiedliche Galerien und Institutionen ihre Ausstellungen zu architektonischen bzw. städtischen Themen und öffnen am Wochenende von 12 bis 18 Uhr ihre Türen. Die Austellung im Deutschen Architektur Zentrum DAZ „Swim City” beschäftigt sich mit dem Flussschwimmen in Städten und die BDA-Galerie zeigt mit „Gemeinschaft als Modell” Architekturmodelle, die das Thema der Gemeinschaft in diversen Formen repräsentieren. Mit „Water Garden by Junya Ishigami“ und „Natascha Paulick – Granddaughter Meets Grandfather“ zeigen das Architekturforum AEDES und die Architektur Galerie Berlin...
Das Werk "Flowing Roofline", 2018, der französischen Künstlerin Laure Catugier.

“Habitat Happy – 300 m², cozy, short term” – Ausstellung und wandelnde Konferenz

In einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Mieterhöhung, Verdrängung und Entmietung zu immer größer werdenden Ängsten einer breiten Bevölkerungsschicht gehören, entfaltet Kunst ihr unmittelbares Wirkungspotenzial: auf 300m², (nicht ganz so) cozy, (aber) short term in der Galerie neurotitan im Haus Schwarzenberg e.V. Die Besichtigung von HABITAT HAPPY beginnt am Samstag, 15.12.18, 19 Uhr, und zeigt in einer Gruppenausstellung unterschiedliche Perspektiven auf Wohnraum, u.a. aus Mexiko, Korea, Albanien, Brasilien. Im Rahmenprogramm besteht die Möglichkeit, selbst wohnungskünstlerisch aktiv zu werden:  (mehr …)

Essbare Piazzetta – Food Revolution im Kunstgewerbemuseum Berlin

Die Piazzetta am Kulturforum wird ab Donnerstag, 17.05.18 in einen essbaren Garten verwandelt – Verweilen und Miternten erwünscht. Das Kunstgewerbemuseum Berlin an der Piazzetta wird dabei zum künstlerisch-wissenschaftlichen Labor für neue Denk- und Praxismodelle zur Zukunft des Essens und Wohnens. Food Revolution 5.0. Gestaltung für die Gesellschaft von morgen heißt die Ausstellung, für die über 30 internationale Designer*innen wie Martí Guixe, Ton Matton, Chloé Rutzerveld, Werner Aisslinger, Julia Lohmann, Marije Vogelzang, Maurizio Montalti, Austin Stewart, Johanna Schmeer, Silke Riechert oder Carolin Schulze Ideen und Visionen zur  Transformation unseres Ernährungssystems entworfen haben. Statements,  spekulative Projekte, mögliche Zukunftsszenarien...  
Brigitte Parade / Christoph Parade: Gymnasium, Hückelhoven, Deutschland, 1963{Entwurf}–1974. Foto: Christoph Parade ca. 1974

Buchrezension: SOS Brutalismus

Betonmonster im Leinengewand Mehrere hundert nagelneue Seiten Architekturgeschichte liegen auf dem Tisch. Oben rechts auf dem Buchcover prangt leuchtend rot „SOS“. Der Hilferuf gilt den Bauten des Brutalismus, von denen zahlreiche in dem Buch „SOS Brutalismus. Eine internationale Bestandsaufnahme“ vorgestellt und analysiert werden. Das Buch wurde herausgegeben von Oliver Elser, Philip Kurz und Peter Cachola Schmal (DAM) und ist 2017 bei Park Books erschienen. Es ist die Dokumentation eines gemeinsamen Projektes des Deutschen Architekturmuseums und der Wüstenrot Stiftung, das eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Brutalismus zum Ziel hat. Die Herausgeber reagieren mit dem Buch auf das gestiegene Interesse in der...
Churchill Gardens Estate, Pimlico London, 1978 © John Donat - RIBA Library Photographs Collection

The Brutalist Playground

Für alle urbanophilen Eltern und Kinder, denen die täglichen Spielplätze zu langweilig geworden sind und für alle anderen Liebhaber des Brutalismus zeigt das Vitra Design Museum in Weil am Rhein nun eine ganz besondere Ausstellung: The Brutalist Playground. (mehr …)

Rezension “Pioniere des Comics – Eine andere Avantgarde” Hrsg.: Alexander Braun/Max Hollein

Eine Rezension von Sebastian Strombach URBANE COMICS Es geschah irgendwann Mitte der 1980er in einen düsteren Hinterhofzimmer: Bei meinem ersten Berlinbesuch lag bei meinem Onkel eine Ausgabe von Little Nemo im Bücherregal. Ich weiss nicht mehr, ob mir der Comic damals gefiehl oder nicht, aber es muß doch KLICK gemacht haben: ich klein und verloren in dieser seltsamen Mauerstadt, und dann die Geschichte von einem Jungen, der mit einem Zeppelin zum Mars fliegt und dort Abenteuer in unendlichen Straßenschluchten erlebt. Die Szenerie hat mich jedenfalls nicht mehr losgelassen, und dass mein Onkel in der Druckerei des Tagesspiegels in der Potsdamer...