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Küche in Tautes Heim, © Ben Buschfeld, tautes-heim.de

Das Buch zur Übernachtung

Wer in Tautes Heim übernachtet, begibt sich auf eine Zeitreise. Im Süden Neuköllns, in der Hufeisensiedlung (Martin Wagner, Bruno Taut, 1925-1930), befindet sich die seltene Möglichkeit, eine Nacht im Museum zu verbringen. Die Landschaftsarchitektin Katrin Lesser und der Designer Ben Buschfeld haben eines der Häuser in der Hufeisensiedlung vorbildlich denkmalgerecht saniert, wofür sie sowohl den Europäischen als auch den Berliner Denkmalpreis erhalten haben und vermieten es seit einigen Jahren als authentisches Ferienhaus für einen Urlaub in den 1920er Jahren. Die...
Zitadelle Spandau, Kopf der Lenin-Statue von Lew Kerbel

Searching for Lenin’s Head 

Als Rick Minnich im Jahr 1994 mit seinem Filmteam den riesigen Kopf der Ost-Berliner Leninstatue ausgrub, um den Kurzfilm „The Book of Lenins“ zu drehen, warfen einige ihm vor, er sei ein Grabräuber. Vor zehn Jahren, als der Kopf dann offiziell ausgegraben wurde, um seitdem in der Ausstellung „Enthüllt“ in der Spandauer Zitadelle gezeigt zu werden, machte Minnich wieder Schlagzeilen. Der US-amerikanische Filmemacher beobachtet den Umgang der Nachwendedeutschen mit ihren politischen Denkmälern mit einem Augenzwinkern – und arbeitet derzeit an...
Betina Kuntzsch Filmstill aus Kopf Faust Fahne, Ernst Thälmann

Ernst Thälmann vom Sockel denken

Vor zwei Jahren hat das Bezirksamt Pankow einen deutschlandweit offenen Wettbewerb zur künstlerischen Kommentierung des Ernst-Thälmann-Denkmals in Prenzlauer Berg ausgelobt. Gegenstand war die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart des monumentalen und bereits vor seiner Enthüllung im April 1986 umstrittenen Denkmals für Ernst Thälmann, das zu Beginn der 1980er Jahre von der DDR-Staatsregierung beauftragt und von Lew Kerbel entworfen worden war. Das Preisgericht des Wettbewerbs zur künstlerischen Kommentierung hat im Jahr 2020 den Entwurf „VOM SOCKEL DENKEN“ der Künstlerin...
Hochhäuser am Rio Madrid

urbanoREISE #1 – Madrid

Ob Spanien oder Italien, Hauptsache Madrid. von Verena Pfeiffer-Kloss und Anna Galda Madrid ist bekanntlich die Hauptstadt Spaniens. 3 Millionen Menschen sind hier gemeldet, 5.000 teilen sich jeweils einen Quadratkilometer der hügeligen Stadtfläche. So ist Madrid dicht bebaut und oftmals auch ziemlich in die Höhe strebend. Die Straßen schlängeln sich beinahe arabisch und sind doch lange, weitläufige und sonnige städtische Bühnen. Auf den Kopfsteinpflastern der kleineren Straßen und an den Rändern der Plätze hat kaum ein Auto Platz, entsprechend ungestört...

Vereinigungsdenkmal

Seit letztem Wochenende arbeiten interlationale Künstlerinnen und Künstler auf Einladung der Berliner Künstlergruppe »Parallele Welten« (Stefan Krüskemper, Maria Linares und Kerstin Polzin) an einem ergebnisoffenen Prozess, der nicht nur im Produkt, sondern auch schon im gemeinsamen Tun ein Vereinigungsdenkmal hervorbringen soll. Das Vereinigungsdenkmal ist ein künstlerischer Prozess, der durch das kreative Miteinander und das persönliche Interesse vieler engagierter Teilnehmer im Entstehen ist. Es bietet, als fiktiver Blick aus der utopischen Zukunft, heute bereits vorhandenen gesellschaftlichen Impulsen einen Ort. Kommendes Wochenende...

Tagung: Digitaler Sakralbauatlas

Wir haben uns Ende letzten Jahres ja schon im Rahmen der Tagung „Stadt_Kirche“ mit den verschiedenen Schnittstellen zwischen städtischen und kirchlichen Akteuren beschäftigt (Tagungsbericht). Insofern ist es erfreulich zu sehen, dass auch an anderer Stelle in eine ähnliche Richtung gedacht wird und wir gerne auf eine spannende Tagung hinweisen: Am 21. März findet an der Bauhaus-Universität Weimar die Tagung „Digitaler Sakralbauatlas. Standortbestimmung für Deutschland“ statt. Dort wird vor allem der Frage nachgegangen, wie unter veränderten demografischen Bedingungen mit dem Bestand...
Monumentales Denkmal in Osteuropa

Spomeniks der 1970er

Der Spiegel zeigt in seiner Rubrik eines Tages eine Bildstrecke des belgischen Fotografen Jan Kempenaers. Er hat im Jahr 2006 die Staaten des ehemaligen Yugoslawien bereist und Mahn- und Ehrenmale der 70er und 80er fotografiert. Bizarr und eine gute Ergänzung zu Frédéric Chaubins Bildband CCCP (urbanophil berichtete).