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Rink Lokale Wohnungspolitik Nomos

Buchrezension: „Lokale Wohnungspolitik“ von Rink/Egner

Dem Thema Wohnen sei in der Öffentlichkeit, so konstatieren Dieter Rink und Björn Egner, seit 2010 eine vermehrte Aufmerksamkeit zugekommen. In Ihrem Buch „Lokale Wohnungspolitik“ versammeln sie deshalb Detailstudien aus 14 deutschen Großstädten, um sich dem Thema strukturiert anzunehmen. Entgegen Entwicklungen der 1990er und 2000er Jahre werde der Diskurs zur Frage des Wohnens wieder in der Öffentlichkeit geführt und von Bundesregierung bis hin zu lokaler Zivilgesellschaft aufgegriffen. Dabei spielten sowohl baustrukturelle als auch politische Fragestellungen eine Rolle. Die Frage des Neubaus wird damit nicht nur technisch geführt, sondern vermehrt auch als „neue Wohnungsfrage“. Dadurch werden auch grundsätzliche Fragen der Zurverfügungstellung...
Farbstudie zur Haltestelle Lohmühlenstraße. Collage, Fritz Trautwein, 1960. Hamburgisches Architekturarchiv

Die „Wandsbeker Linie“ in Hamburg – Sechs auf einen Streich

von Gastautorin Sabine Kock Sie war das erste Prestigeprojekt der Hamburger Verkehrsplanung nach dem zweiten Weltkrieg. Lichte Farben, schlichte Sachlichkeit und prägnante Details begleiteten die Fahrgäste auf dem Weg in ein neues Zeitalter. Doch anders als die historischen Vorgänger aus Historismus, Jugendstil und klassischer Moderne, werden die Stationen heute nicht sensibel erhalten oder denkmalgerecht saniert. Rücksichtslos verhindern funktionale Erneuerungen und vermeintlich moderne Umgestaltungen ein jüngeres historisches Bewusstsein. Vom Jungfernstieg bis Wandsbek-Gartenstadt 1955 wollte Hamburg Zeichen setzen. Zehn Jahre nach Kriegsende war die Stadt im Aufbruch und der Wille zur Erneuerung spiegelte sich in den Wiederaufbauplänen, bei denen die Mobilität eine...

Olympia in Ruinen

Auch wenn vorab oft kritisch über die Olympischen Spiele berichtet wird, sind die Spiele erst einmal eröffnet, stehen die Probleme weit im Hintergrund, die sich Städte mit dem Ausrichten der Olympischen Sommer- wie Winterspiele einhandeln. Neben dem fragwürdigen finanziellen Nutzen für die Ausrichter (z.B. Montreal 1976), der Einschränkung von Bürgerrechten und dem härteren Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Street Art (z.B. London) taucht ein Problem immer und immer wieder auf: white elephants - weiße Elefanten - Geschenke, die zur Belastung werden (mit dem Unterschied, dass die Städte sie auch noch selbst bezahlt haben). Die unklare Nachnutzung der Spielstätten spielte auch bei...

urbanoSalon # 5 – Gesa Ziemer: Komplizenschaft

Mit Beginn des Herbsts lädt urbanophil in Kooperation mit dem spacedepartment zum urbanoSALON#5, der die “Komplizenschaft” von Gesa Ziemer thematisieren wird. Nach einer Buchvorstellung durch die Autorin werden Marco Antonio Reyes Loredo und Jens O. Brelle den Inhalt kommentieren. Komplizenschaft kann als bewusste Gegenbewegung für eine andere Form von Partizipation und Zusammenarbeit verstanden werden. Komplizen... sind Menschen, die gemeinsam eng verflochten zur Tat schreiten. […] Komplizen verbünden sich, um alternative Ordnungen herzustellen, die manchmal schwer durchschaubar, häufig konspirativ, aber wirksam ihren Effekt erzielen. Dafür ist die Doppelstruktur von legal und illegal von großer Bedeutung, denn erst soziale, ästhetische, manchmal gar juristische Grauzonen ermöglichen die...

Ankündigung: Konferenz – STADT NEU BAUEN

Am 23. März 2013 eröffnete die IBA Hamburg ihr Präsentationsjahr. Während des gesamten Jahres sind die Themenschwerpunkte und die Projektvielfalt der IBA erlebbar. Gleichzeitig ist im Jahr 2013 die HafenCity 13 Jahre im Bau. Diese Ereignisse bilden den Rahmen einer internationalen Konferenz über die Zukunft der Metropole am 20. und 21. Juni in Hamburg. (mehr …)

Dringend gesucht: Velophile Crowdfunder für WE ARE TRAFFIC

WE ARE TRAFFIC , das wunderschön anzuschauende Projekt zur Hamburger (und Berliner) Fahrradkultur braucht  dringend velo- und urbanophile Hilfe bei einer Crowdfunding-Aktion. Das erst im vergangenen Oktober 2012 gestartete Projekt hat in der "Fahrrad-Community" rasante Verbreitung und Anerkennung gefunden, über 5.000 Fans bei Facebook sind es mittlerweile, beim Fahrrad-Blog-Ranking des Fahrradjournals hat es auf Anhieb für Platz 4 gereicht. Vollkommen zu Recht, die mittlerweile fast 150 Fotostrecken von Hamburger und Berliner Radfahrern sind ein echter Hingucker und bestes Marketing für die so klare wie einfache Botschaft: Nehmt das Fahrrad endlich als Verkehrsmittel ernst, WE ARE TRAFFIC. Gestartet haben das Projekt die beiden Fotografen Björn...

Rezension “AUS HAMBURG – Lokale Positionen urbaner Landschaftsgestaltung” von Sarah C. Schreiner (Hrsg.)

Urbane Landschaften sind seit den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der (fachlichen) Aufmerksamkeit gerückt. Der Begriff Landschaft hat im selben Zeitraum an Bedeutung aber gleichzeitig auch eine inhaltlich Aufweitung erfahren. Bei Siverts in der "Zwischenstadt" und vor allem bei Sieferle mit seinem Begriff der "Totalen Landschaft" hat der Begriff Landschaft fast alle räumlichen Elemente, auch die urbanen, in sich aufgenommen. Folgerichtig beschränkt sich die Autorin auch nicht auf einen Typ Landschaftsgestaltung (Parks, Gärten...) sondern lässt ein weites Spektrum zu. In "Aus Hamburg" wird versucht, diesem Umstand nicht über die Diskussion des physikalischen oder symbolischen Phänomens Landschaft, sondern über...

Suburbanes im Hamburger Herbst

Kolloquiumsreihe: »Annäherungen an Suburbia - Projekte für den suburbanen Raum« Suburbane Kulturlandschaften? Magistralen als Projektleitbahnen? Wie kann man den suburbanen Raum zukunftsfähig gestalten? Bedarf es neuer Netzwerke und Projektformate? Dies sind die Kernfragen der dritten Kolloquiumsreihe »Annäherungen an Suburbia. Projekte für den suburbanen Raum«. (mehr …)

Die Stadt und das Auto

Der Nachkriegsstädtebau wurde von drei Leitbildern gesteuert: Die gegliederte und aufgelockerte Stadt gliederte die Stadt in Funktionen (Arbeiten, Wohnen, Freizeit, Verkehr) und lockerte das Gerüst durch Grünzüge auf. Das der Stadtlandschaft war geprägt durch die organisch schwingenden Verkehrs- und Grünbänder, welches die Natur in die Stadt zurück holen und die Städte von der Strenge der Blöcke und Achsen heilen sollte. Das von Bernhard Reichow geprägte Schlagwort der autogerechten Stadt ist der aufkommenden Technik des Automobils geschuldet gewesen. Dem Autoverkehr wurde während des Wiederaufbaus ein hoher Stellenwert beigemessen, trotz starker Eingriffe in die historische Substanz durch Verkehrsschneisen. Die Ausstellung "Die Stadt...

Mein Freund der Baum. Wird gefällt!

Ein äußerst lesenswerter Artikel über den Baum in der Stadt findet sich in der aktuellen Ausgabe der ZEIT. Am Beispiel von Hamburg werden ein paar Geschichten über Stadtbäume erzählt. Einmal mehr kommt die Hansestadt dabei nicht besonders gut weg. Die Gängeviertel-Diskussion, ein Zaun um Obdachlose unter einer Brücke fernzuhalten, viel zu zaghaftes Vorgehen beim Bau moderner Radverkehrsinfrastruktur, hässliche moderne Architektur. Man kann den Eindruck gewinnen, dass in Hamburg etwas schief läuft. So offenbar auch beim Stadtgrün. Wenn man über die Vorbereitungen für die Internationale Gartenschau in Wilhelmsburg liest, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Wohlgemerkt für eine Gartenschau wurden...