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Flughafenarchitektur

Mit Beginn des Jet-Zeitalters wurde der Grundstein für das globale Reisen, wie wir es heute kennen gelegt. Die ersten düsengetriebenen Passagierflugzeuge wurden in einer Zeit entwickelt, als gesellschaftlich ein (nachkriegs)modernistischer Gedanke vorherrschte. Spätestens die Einführung der mit Stahltriebwerken ausgestattete Boeing 707 (1958) verhalf den Düsenjets zum internationalen Durchbruch. Die neuen Großraumflugzeuge machten auch einen neuen Typ Flughafen notwenig - inklusive neuer Abfertigungsterminals. Und so entstanden in den 1960er und -70er Jahren außergewöhnliche Gebäude, von denen einige an dieser Stelle exemplarisch und steckbriefartig vorgestellt werden sollen. (mehr …)

Back to the Future: Nakagin Capsule Tower

Die Veranstaltungsreihe "Schonungslos Retro - urbanophil im Bierpinsel", die am heutigen Abend mit urbanoFILMS#13: "Die Fahrt durchs Haus" zu Ende geht, sollte die Aufmerksamkeit auf die 1970er Jahre lenken, die bislang noch kaum Einzug in den öffentlichen Diskurs um den Wert von Nachkriegsarchitektur und -städtebau gefunden hat. Nicht zufällig fand die Veranstaltungsreihe daher im Steglitzer Bierpinsel statt, einem zugleich typischen und einzigartigen Vertreter dieser bislang nur hilfsweise mit "Nach-nach-vor-post-Ära" umschriebenen Stilepoche. Dass es auch außerhalb Europas vergleichbare Strömungen gab, zeigt der wunderbar verrückte Nakagin Capsule Tower von Kisho Kurokawa Architects, der 1970-72 in Tokio entstand. Der Bau war weltweit der...

urbanoFILMS#13: „Die Fahrt durchs Haus“

06.05.2010, 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr, Eintritt 3 Euro Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildet ein zweiter Filmabend, der auch zeitlich gesehen die Epoche der „Nachnachvorpostlücke“ abschließt. Urbanophil zeigt am 6. Mai den Film „Die Fahrt durchs Haus“ von Knut Klaßen und Carsten Krohn, der sich dem Werk und Leben des Architekten Georg Heinrichs (*1926) widmet. Von ihm geplant und errichtet wurden u.a. das Forum Steglitz, das Märkische Viertel und die Autobahnüberbauung an der Schlangenbader Straße. Der Film stellt auf künstlerische Art den Architekten sowie seine Bauwerke und ihre Besonderheiten vor. Die anschließende Diskussion mit den beiden Regisseuren Klaßen und...

Steht auf!

Wie bereits in mehreren Artikeln auf unserem Blog berichtet, stehen zur Zeit in vielen Städten Deutschlands die Gebäude der Nachkriegsmoderne - seien es Bürogebäude, Regierungs- und Verwaltungsgebäude oder Kultureinrichtungen - auf dem Prüfstand bzw. auf der Abrißliste. Die Herzen, die für oder gegen einen Abrisses schlagen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Abriss des Frankfurter Stadthauses hinterlässt Stimmen wie "Endlich kommt es weg" oder aber "Und schon wieder hat die Stadt einen tatsächlichen Zeitzeugen verloren". Pläne mit Rekonstruktionsabsichten oder kompletten Neubauten siegen meist über das ehrliche Eingeständnis, dass man in den 1960er Jahren eben "hässlich" gebaut hat. Glücklicherweise bleiben die Bürger...

Rückblick: urbanoFILMS # 12

Gestern Abend, am 8. April 2010, veranstaltete urbanophil das 12. urbanoFILMS. Zu sehen war Margarete Fuchs' Film "Für den Schwung sind Sie zuständig" über den Bauingenieur Ulrich Müther (1934-2007; Ahornblatt, Planetarien Prenzlauer Berg und Wolfsburg, Teepott in Warnemünde u.v.m.). Der Filmabend fand statt im Bierpinsel in Berlin-Steglitz im Rahmen der Reihe "schonungslos retro - urbanophil im Bierpinsel". Für alle die da waren und alle, die den Film mögen und alle, die Müther mögen, hat www.architekturvideo.de, die die Veranstaltungsreihe unterstützen, eine ganz besonders eindrucksvolle Installation entdeckt und gepostet, die Margarete Fuchs in Weiterentwicklung ihres Müther-Films gedreht und geschnitten hat. "Kaum da"...

Die dritte Zerstörung

Mittlerweile mehren sich die Zeitungsartikel, die sich mit der akuten Gefährdung von Gebäuden der Nachkriegsmoderne kritisch auseinandersetzen. urbanophil berichtete vor einigen Wochen über die Beethovenhalle in Bonn, doch in Gefahr sind immer mehr Gebäude und Ensembles. Dazu eine kleine Sammlung aktueller Artikel: NZZ vom 8. April 2010: Die dritte Zerstörung Der Tagesspiegel vom 6. April 2010: Ein Jahrzehnt wird Geschichte Westdeutsche Zeitung vom 26. März 2010: Festspielhaus: Kampf für Beethovenhalle Süddeutsche Zeitung vom 18. Feburar 2010: Abrissunternehmen Moderne tagblatt.de vom 27. Januar 2010: Eine Einordnung des Mensa-Architekten Paul Baumgarten Stuttgarter Zeitung vom 20. Januar 2010: Kein Herz für die Nachkriegsmoderne...

Bau und Abriss – Das Berliner “Ahornblatt” von Ulrich Müther

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=3UZ6jkixlC0&feature=player_embedded[/youtube] Zeitgenössische Aufnahmen von der Baustelle sowie vom Abriss des berühmten Pavillons an der Leipziger Straße, unterlegt mit einer interessanten Tonspur (vielleicht aus dem Film “Spur der Steine”??). Schöne Collage. Heute Abend: urbanoFILMS#12: "Für den Schwung sind Sie zuständig" - Das Werk von Ulrich Müther, 20 Uhr im Bierpinsel Mit freundlicher Unterstützung von

Chicago – Stadt der Moderne

Ein persönlicher, unobjektiver Reisebericht CTA Blue line, Jackson Blvd Station, die Türen gehen auf, ich bin in Chicago angekommen. Doch irgendwas stimmt nicht - eine innere Unruhe stellt sich ein. Ich bin müde, mir pfeifft die "Windy City" heftig um die Ohren. Die Hochhäuser, die Dichte, die "L" über mir wirken abstoßend, bedrohlich, ich sehne mich nach der europäischen Stadt, nach einer europäischen Stadt - von mir aus Itzehoe, irgendwoe. Ich irre herum, möchte einkehren, was essen, den Reiseführer um Hilfe bitten, finde aber nur Fast Food oder Schickimicki. Zweifel, Missmut - doch auf einmal tauchen sie vor mir auf:...

urbanoFORUM: „Die Nachnachvorpostlücke: 1970er-Jahre Architektur und Städtebau“

22.04.2010, 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr, Eintritt frei Am 22. April organisiert urbanophil gemeinsam mit der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung e.V. (SRL) die Podiumsveranstaltung „Die Nachnachvorpostlücke: 1970er-Jahre Architektur und Städtebau“, die den thematischen Schwerpunkt auf den Städtebau und die Architektur der 1970er Jahre legt. Der Begriff „Nachnachvorpostlücke“ ist eine Art Kunstgriff, um eine Epoche zu beschreiben, die eigentlich noch keinen richtigen Namen hat. Gemeint sind Gebäude aus den 1970er Jahren, die nicht mehr so ästhetisch-schwingend und luftig daherkommen sondern eher sehr technisch-orientiert und grob in der Stadt stehen aber gleichzeitig auch noch nicht postmodern sind. Irgendwas dazwischen...

Nachkriegsmoderne ade.

Die Bonner Beethovenhalle ist vom Abriss bedroht. (Quelle: ¬© Schafgans Archiv/ Hans Schafgans) Hach wie schön wars früher noch, als die junge, aufstrebende Bunderepublik mit ihren funktional-ästethischen, schwingenden Gebäuden der kriegsgebeutelten Stadt wieder etwas Leben einhauchte. Vor allem die Baudetails - fein gegliederte Fassaden, geschwungene Treppen und Handläufe, lichtdurchflutete Eingangshallen, Fenster- und Bodenmosaike, kunstvoll verzierte Türgriffe - geben den Gebäuden aus den 1950er Jahren ein unverwechselbares Gesicht (monumente online). Die Demokratie verliert vierlerorts ihr Gedächtnis. In Hannover soll der von Oesterlen sensibel in das historische Ensemble eingefügte Plenarsaaltrakt umgebaut oder abgerissen werden, vom historischen Zentrum in Berlin ist Nennenswertes kaum...