Blog

Die unendliche Geschichte der Berliner Fahrradverleihsysteme

Seit Jahren prägen sie mehr oder weniger das Berliner Stadtbild: die beiden Fahrradverleihsysteme Call a Bike (mittlerweile Lidl-Bike) und der Konkurrent nextbike. Doch wer aufmerksam durch die Stadt läuft, bemerkt aktuell einen großen Umbruch. Denn Verleihräder neuer Systeme mit klangvollen Namen wie „mobike“ oder „obike“ tauchen plötzlich vermehrt auf Berliner Gehsteigen auf. Doch warum tut sich Berlin eigentlich so schwer mit einer funktionierenden, einheitlichen Fahrrad-Ausleihstruktur, wie sie in vielen anderen internationalen Großstädten existiert? Ein Erklärungsversuch. Um die aktuelle Situation zu bewerten lohnt sich ein Blick auf die Geschichte der Berliner Fahrradverleihysteme. In den frühen 2000er Jahren startete Call a Bike...

Alles ein Frage der Perspektive

Wer es einmal gesehen hat sieht es immer wieder: Die perspektivische Entgleisung der Berliner Verkehrsbetriebe BVG. Die fensterfüllende Folie, die seit 2008 als Schutz gegen Scratching (für einige auch eine Form von Streetart) gedacht war, birgt mehrere, geradezu unglaubliche Fehler in der Perspektive und grenzt daher an "perspektivischen Vandalismus". So jedenfalls zitieren die Designer Melisa Karakus und Danny Schuster eine Stimme zur täglich millionenfach gesehenen Darstellung des Brandenburger Tors. Wahrscheinlich nach einer langen U-Bahn-Fahrt haben die beiden entnervt den Stift in die Hand genommen und die zahlreichen Fehler behoben und eine deutlich ruhigere, symmetrische und elegantere Version des Berliner Wahrzeichens...

NO AD: NYC – Die App, die Werbung in Kunst verwandelt

[vimeo]http://vimeo.com/105301636[/vimeo] Der öffentliche Nahverkehr ist prädestiniert für Werbung, denn tagtäglich nutzen ihn viele (hundert)tausend Menschen, die frei nach Simmel es tunlichst vermeiden werden, andere Mitreisende anzuschauen. Sofern sie also nicht gerade in ihr Smartphone starren (wo wahrscheinlich auch Werbung auf sie wartet), sind sie besonders empfänglich für die Werbeposter an Bahnsteigwänden, auf Zügen, in Zügen, auf Treppenstufen usw. Um sich gegen die Flut der Werbung in der New Yorker U-Bahn zur Wehr zu setzen, hat "The Heavy Projects" eine App entwickelt, die, wenn man das Smartphone oder Tablet vor die Werbung hält, per Augmented Reality Kunstwerke darüberprojiziert. Aktuell sind 50...

Die wartenden Fahrgäste: M41

[youtube]http://youtu.be/QESTLC_O-Oo[/youtube] Einfach nur großartig finden wir diesen Lovesong auf den M41er Bus in Berlin, der gerne mal mit 2 bis 4 Bussen an der Haltestelle ankommt. Die Künstler dahinter haben den Video-Dreh übrigens über eine StartNext-Kampagne finanzieren lassen. Bisher gibt es aber nur das oben gepostet "provisorische" Video. Viel Freude erstmal damit und gute Fahrt im M41.

Transitmix – Buslinien interaktiv planen

Für alle von uns, die insgeheim eigentlich Nahverkehrsplaner werden wollten: Mit Transitmix gibt es jetzt ein Tool im Internet, mit dem man auf OSM-Kartenbasis ein Busnetz für jede beliebige Stadt der Welt planen kann. Man hat die Möglichkeit, die Bedienzeiten einzustellen, Annahmen zur durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit zu treffen (oder die voreingestellten zu verwenden) und schon berechnet Transitmix, wie viele Busse benötigt werden und wie viel das Netz pro Jahr ungefähr kosten wird. Und? Wer baut das beste Busnetz mit Transitmix? Postet die Links zu Euren wildesten Nahverkehrsnetzen hier in der Kommentarfunktion!

BUS:STOPS Krumbrach

Die Österreichische Region Bregenzerwald versteht sich selbst als Architekturland. Und da allein 30.000 Touristen jährlich nur für die Baukultur zu Besuch kommen und sich dabei u.a. mit dem Bus bewegen, hat der Verein Kultur Krumbach sich sieben internationale Architekten eingeladen, je ein „Buswartehüsle“ (Buswartehäuschen) in Zusammenarbeit mit einem lokalen Architekten zu gestalten. Herausgekommen sind ungewöhnliche, tolle Kleinarchitekturen, deren Bau vollständig von Sponsoren finanziert wurde. Ein ganz ähnliches Projekt wurde Anfang der 1990er-Jahre in Hannover umgesetzt. Bei dem dortigen BUS:STOPS-Projekt wurden stadtweit neun Bushaltestellen von namenhaften Architekten gestaltet, darunter Frank Gehry. (mehr …)

Metro Makeover in Paris

Auf dem Blog Messy Nessy Chic haben wir ein besonderes Juwel entdeckt, das dazu geeignet ist, ein Glänzen in den Augen zu verursachen. Hintergrund ist die anstehende Bürgermeisterwahl in Paris, bei der die konservative UMP-Kandidatin Nathalie Koziuscot-Morizet erstaunlich detaillierte Pläne für die Umnutzung verlassener U-Bahnhöfe vorstellt. Manal Rachdi (OXO Architectes)  and Nicolas Laisné (Laisné Architecte) haben der Idee einige starke Bilder gegeben, wovon der klare Favorit wohl der hier abgebildete Pool ist. Die Frage nach der baulichen Umsetzbarkeit eines wasserdichten Beckens auf ehemaligen Gleisen tief unter der Erde und die Kosten dafür lassen wir aber mal außen vor, führte uns aber...

Sitzmuster & Polstercodes

Während wir letzte Woche über selbstgemachte Gestaltungselemente in öffentlichen Verkehrsmitteln berichteten, geht es nun um grafische Elemente in Bussen und Bahnen, die anscheinend wirklich so geplant wurden: Sitzmuster. Ein Blog mit dem etwas übertriebenen Namen Sitzmuster des Todes hat wahrliche Scheußlichkeiten zusammengetragen, die montägliche Pendler-Übellaune tatsächlich noch verschlimmern können. Die Kommentare zu den Bildern sind mit Vorsicht zu genießen. Eine Ausnahme sei hier jedoch erwähnt: 'Vorauseilender Vandalismus' als Design-Haltung, die wohl auch beim klassischen Berliner U-Bahn-Sitzmuster zum Einsatz kam: eddingfarbenes Gekrakel - rot-blau-schwarz: In der Galerie enthalten ist auch ein Werk der Stuttgarter Künstlerin Menja Stevenson, die sich filmisch und...

Trains of Thoughts – Gedanken und Züge

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=CuDqhJc6YK4&feature=share&list=PLtYmSNZ1LG0dOUZ7DUSo8GvYj608-UDvb[/youtube] Wer jeden Tag U-Bahn fährt, kennt vielleicht das Gefühl, dass dieses unterirdische Gewirr aus Linien und Knoten mehr ist, als die bloße Funktion für den öffentlichen Massentransport verspricht. Während die einen im Dunkel unter der Stadt den nötigen Abstand zum aufzehrenden Alltag oberhalb finden, grübeln die anderen über gänzlich andere Dinge nach. Steht die U-Bahn in Moskau für die vergangene Zeit der Vormachtstellung innerhalb des sozialistischen Blocks, schürt sie in Hongkong die Angst vor fortschreitender Gentrifizierung und Filialisierung. Timo Novotny hat sich in seinem unglaublich vielseitigen Film in all diese unterschiedlichen Blickwinkel hineinversetzt. Entstanden ist eine Mischung aus Musikvideo...

Live-Retusche an der Bushaltestelle

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=BRAM8MpqIeA[/youtube] Im Rahmen der Adobe Creative Days hat der schwedische (aber in Berlin lebende) Fotograf und Photoshopper Erik Johansson eine Live-Retusche von wartenden Fahrgästen an einer Bushaltestelle gemacht. Dazu wurde anstelle der üblichen Werbung im seitlichen Leuchtkasten ein Computer-Monitor installiert, der mit einem Rechner in einem vis-a-vis geparkten Van verbunden war. Vom Van aus wurden Fotos von den wartenden Fahrgästen geschossen, die quasi in Echtzeit von Johansson bearbeitet und auf das Display in der Haltestelle gesendet wurden. Tolle Aktion, die ganz offenbar auch super bei den Fahrgästen angekommen ist. via Pop-Up City