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URBANOPHIL – Das war 2013

Bevor das Jahr so richtig durchstartet,  unternehmen wir noch schnell einen Rückblick auf 2013 und unsere Projekte und Aktivitäten. Was war 2013 auf dem Weblog und an Veranstaltungen von und mit urbanophil so los? Hier unser Überblick! In diesem Sinne auf ein urbanophiles und erfolgreiches 2014! (mehr …)

Adventskalender Tag 24: Die Bonner Beethovenhalle

Die Bonner Beethovenhalle: Ein Festspielhaus zu Ehren Beethovens Als am 2. Januar 1954 der „Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die neue Beethovenhalle in Bonn“ ausgeschrieben wurde, ahnte wohl niemand, welch erstaunlichen Ausgang dieser nehmen würde. Aufgefordert waren „Architekten und Architekturstudenten des Bundesgebietes, der Ostzone und von Ost- und Westberlin sowie des Saarlandes“. Insgesamt 109 Einreichungen hatte das Preisgericht unter dem Vorsitz des berühmten Kirchenbauers Otto Bartning zu sichten. Aus den drei Tagen Beratungszeit ging der gerade 29 Jahre alte Architekt Siegfried Wolske (1925-2005) als Erstplatzierter hervor. In Berlin geboren, war dieser damals in Köln bei dem Architekten Hans Schilling angestellt....

Adventskalender Tag 23: Die Kirche des Heiligen Donatus

Urlaub - Ein Wort, das Freude und Entspannung auf jedem Gesicht erblicken lässt. Urlaub wird von jedem Mensch bis zu kleinsten Detail geplant und mit große Freude erwartet. Für viele bedeutet der Entspannung und vor allem Ruhe. Für die Kunsthistoriker es ist anders – der ständig wachsende kunsthistorische Lustgewinn lässt uns nie in Ruhe. So bald wie an einem neuen Ort angekommen sind, verspüren wir einen enormen Lust möglichst viel Historisches und Kunsthistorisches in der kurze Zeit zu entdecken, zu erforschen und mitzunehmen. In diesem Sommer durfte ich eine für mich wunderschöne Stadt an der kroatischen Adriaküste entdecken. Zadar (lateinisch...

Adventskalender Tag 22: Abspannwerk Richardstrasse

Wer die Richardstrasse in Neukölln schon einmal entlang spaziert ist, dem dürfte jenes eigentümliche und in die Höhe ragende Backsteingebäude schon aufgefallen sein, dass mit seiner Fassade aus geschossübergreifenden kantigen Vertikalschlitzen sich merklich aus der Häuserreihe abhebt. Enorm erscheint die Baumasse, von enormer Bedeutung war auch einst seine bestimmende Funktion im Energiestoffwechsel der Stadt im letzten Jahrhundert. Als eines von zehn Abspannwerken von Hans Heinrich Müller in den Jahren 1926-28 erbaut, sollte es den zunehmenden Bedarf an Strom sichern. „Abgespannt“ wurde der in den Kraftwerken produzierte Strom, um möglichst wenig Leistung auf dem Weg von der Peripherie ins Innerstädtische zu...

Adventskalender Tag 21: Jugendstilkleinod in Darmstadt

Nicht nur der schön sanierte Bahnhof, das mondäne Stadtbad sowie die Mathildenhöhe, ein Gesamtensemble aus Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Museum Künstlerkolonie, Künstlerhäusern und Platanenhain, charakterisieren Darmstadt als ein sehenswertes Zentrum des Jugendstils in Deutschland. Nein, auch die Moosbergstraße 60, ein Bürgerhaus im südlichen Darmstädter Stadtteil Besungen, ist eine Reise wert! Die Fassadengestaltung mit den zwei weißen Pfauen im Mittelpunkt steht beispielhaft für eine Bauhandwerkskunst, die man heute vergeblich sucht. In der ehemaligen Konditorei Spahn im Erdgeschoss befindet sich mittlerweile ein Architekturbüro, dessen Mitarbeiter gern detailliert über das Gebäude informieren. (mehr …)

Adventskalender Tag 20: Diesterweg-Gymnasium in Berlin-Wedding

Knallorange leuchtet das Gebäude des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums in Berlin-Wedding, dunkelgrüne Details setzten markante Akzente. Neben der Farbe sind abgerundete Fassadenelemente auffällig: soft-edge-Nachkriegsmoderne, leider von Verfall und Abriss bedroht. Die Schule entstand Mitte der 1970er Jahre im Sanierungsgebiet Brunnenviertel auf einem Baublock zwischen der Putbusser und der Swinemünder Straße. (mehr …)

Adventskalender Tag 19: Die Bethlehemskirche in Berlin

"Zu Bethlehem geboren…" - eine hoffentlich dauerhafte Erinnerung an das barocke Berlin. Man kann sich trefflich darüber streiten, wieviel vom barocken Berlin eigentlich übrig geblieben ist. Der Bauboom des 19. Jahrhunderts, die Beschädigungen und Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und natürlich die im Westen und Osten von den jeweiligen Ideologien geprägte Wiederaufbauzeit haben die Bausubstanz und Ausstattungen des 16. bis mittleren 18. Jahrhunderts jedenfalls ziemlich dezimiert. Gewiss, da steht das Brandenburger Tor, an der Prachtstraße unter den Linden gibt es die berühmte Königliche Bibliothek, das Zeughaus ist da, die Kirchen am Gendarmenmarkt, die Sophienkirche überdies, in Charlottenburg das Schloss - um...

Adventskalender Tag 18: Bruder Klaus Feldkapelle von Peter Zumthor

In Wachendorf – ca. 30 Autominuten von Köln – hat der Schweizer Architekt Peter Zumthor auf freiem Feld eine schlichte Kapelle geschaffen. Gerade jetzt in der Adventszeit lohnt sich die Fahrt dorthin. Ich war da an einem kalten Wintertag letzten Jahres. Die Felder waren tiefgefroren und die rechtwinklige Form des beigen Turms meißelte sich fest im tiefblauen Himmel. Die im Beton gekleidete Kapelle erhebt sich 12 Meter über die flachen Felder. Die Kapelle wurde 2007 im Auftrag des Ehepaares Trudel und Hermann-Josef Scheidtweiler erbaut. Sie ist dem Hl. Nikolaus von Flüe, dem Schutzpatron des Landvolks gewidmet. (mehr …)

Adventskalender Tag 17: “Wachgeküsst” – Die Augsburger Kongresshalle von 1972

Ein solch klares Bekenntnis zur Architektur der 1970er Jahre wie es in Augsburg der Fall ist, findet sich nicht oft. Viel zu selten ist die Grundhaltung gegenüber Bauten dieser Zeit positiv, und noch viel seltener geradezu liebevoll, wie es bei der Kongresshalle der Fall ist. Die Augsburger Kongresshalle steht auf einem traditionsreichen Platz, dessen Geschichte 1886 mit der "Schwäbischen Kreisausstellung" begründet wurde. Nach Ende der Ausstellung wurden die ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen zwischen dem "Sankt Georgen-Acker" und dem "Rosenaufeld" (heute Gögginger Straße und Rosenauberg) im Südsüdwesten der Augsburger Innenstadt, zu einem Vergnügungs- und Erholungsplatz für die Augsburger Bürgerschaft umgebaut. Der...

Adventskalender Tag 16: Die Mohamed Mahmoud Straße

Das erste Mal war ich hier im November 2012. Auf dem zentralen Rasenrund des Tahrir-Platzes stand eine weiße Zeltstadt. Die ägyptische Flagge war allgegenwärtig. Trotzig wehte sie über den Zelten, versteckte sich in den Kronen der smogbestaubten Bäume, zierte jede Hauswand. Alle Zufahrtsstraßen zum Tahrir-Platz waren mit Metallbarrikaden und teils mit Stacheldraht abgeriegelt. Eine davon, die Mohamed Mahmoud Straße, trifft tangential auf den südlichen Rand des großen Kreisverkehres. Sie beginnt an der sogenannten Mogamma, der Haupverwaltung der zentralstaatlichen Bürokratie Ägyptens. Auf 14 Etagen arbeitet ein Heer aus 18.000 Beamten in diesem Kolossalbau, der zwischen 1948 und 1951 im modernistischen Stil...