Berliner Trümmerberge
von Caroline Böttcher. Mit Essays von Annika Wienert und Luise Meier.

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Das größte Mahnmal für die Zerstörung Berlins im Zweiten Weltkrieg liegt im Verborgenen, unter einer künstlichen Bergkette. Diese Erhebungen wurden aus dem unverwertbaren Schutt der durch Bombenangriffe zerstörten Häuser angelegt.

Bild aus dem Buch Mint Klamott von Caroline Böttcher: Gesprengter Bunker im Friedrichshain
Gesprengter Bunker im Friedrichshain (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-M1203-316, Berlin / Foto: Otto Donath)

Über 75 Millionen Kubikmeter Trümmer fielen 1945 in Berlin an. Aus einem Teil davon entstanden 20 sogenannte Trümmerberge, die die Physiognomie der Stadt drastisch veränderten. Ihre planvolle landschaftsarchitektonische Aufschüttung jedoch lässt die Berge beinahe natürlich erscheinen und offenbart erst auf den zweiten Blick, dass sie von Menschen geschaffen wurden.

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Fundstücke und Spolien

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Buch 2, Zeichnungen und Topografie der Trümmerberge

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Fotos aus dem Archiv

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Trümmerverwertungsanlage in Mitte, unweit Hackescher Markt

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Text von Annika Wienert

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Bunkermauer Humboldthöhe

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Fotografie Trümmerberg Volkspark Friedrichshain

Blick ins Buch Mont Klamott. Berliner Trümmerberge von Caroline Böttcher. Zeichnungen der Topografie und Botanik der Berge

Die Trümmerberge sind schon bald nach ihrer Aufschüttung zu ambivalenten Orten geworden: Als Parks dienen sie seither der Erholung, dem Schönen, dem Zeitlosen, dem Vergnügen. Unter der Erde jedoch liegt ein Teil der Stadt, ein Teil ihrer Architektur und Kultur begraben, der durch den Krieg zerstört wurde. Durch Erosion geraten Scherben und Mauersteine Stück für Stück wieder an die Oberfläche, blitzen mahnend unter der Erde hervor. Angesichts der nie zu Frieden kommenden Welt und neuer Kriege behält der Blick auf und in die Trümmerberge damit eine bittere Aktualität.

Trümmerberg Volkspark Friedrichshain, Foto: Caroline Böttcher
Trümmerberg Volkspark Friedrichshain, Foto: Caroline Böttcher

Diesen Blick auf und in diese Berliner Berglandschaft bietet uns die Berliner Künstlerin und Fotografin Caroline Böttcher in „Mont Klamott“. Die Publikation ist das Ergebnis ihrer 10-jährigen künstlerischen Forschung zu dieser Landschaft. Wie die Berge selbst ist das Buch auch eine Art Sammelsurium und Speicher geworden, das mit historischen und aktuellen Fotografien, recherchierten Archivzeugnissen, gefundenen Materialien, topografischen Studien, botanischen Zeichnungen, Textessays und einer stringenten Dokumentation der Grabungs- und Fundstücke die Trümmerlandschaft akribisch ausleuchtet.

Luftbild des Trümmerberg Humboldthain aus dem Buch Mont Klamott von Caroline Böttcher
Humboldthain, 1954 (Bild: https://gdi.berlin.de/viewer/luftbilder/#, Dateiname: 1954_sl_2960_pan; Stand: 04.06.2025)

Angesichts der Vielzahl an Materialien besteht die Publikation aus zwei ergänzenden Teilen: einem Hardcover-Buch, worin Caroline Böttcher ihre eigene fotografische Arbeit den historischen Archivbildern der Berge gegenüberstellt, und einem eingelegten Studien- und Textheft, das u.a. Reproduktionen der Originalzeichnungen enthält, die die Künstlerin im Rahmen ihrer Recherchen und Ortserkundungen angefertigt hat. Ebenso finden sich hier die Essays der Kunsthistorikerin Annika Wienert und der Autorin Luise Meier, die die Trümmerberge aus durchaus überraschenden Perspektiven und mit erhellender Tiefenschärfe betrachten.

In historischen und aktuellen Fotografien, Archivzeugnissen, topografischen Studien, botanischen Einlassungen, Zeichnungen, Plänen, tabellarischen Überblicken und essayistischen Texten stehen den Leser*innen so verschiedenste Zugänge zum eigenen Erkunden der einzelnen Berge zur Verfügung. Durch diese facettenreiche Aufbereitung des Themas rückt die Bedeutung der Trümmerberge eindringlich in das Bewusstsein, zugleich kann das eingelegte Heft als Guide für eigene „alpine Touren“ in Berlin genutzt werden. Viel Freude beim Stöbern, Lesen und Entdecken.

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Mont Klamott.
Berliner Trümmerberge
von Caroline Böttcher.
Mit Essays von Annika Wienert und Luise Meier.
Inhaltsverzeichnis
Zwei Bände: Hardcover und Heft
gesamt 144 Seiten
20 x 24,9 cm
70 Fotografien und Zeichnungen in Farbe und Schwarz-Weiß
Satz und Gestaltung: Tania Tischmeier & Bureau Punktgrau 
ISBN 978-3-9824959-7-2
Urbanophil 09/2025
42 €

Die Publikation wird gefördert durch
die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Für ihre Unterstützung bedanken wir uns außerdem herzlich bei:

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