Blog

Plakat zur Tagung Seitenarchitekturen an der HHU Düsseldorf

Tagung: SeitenArchitekturen. Architektur und Raum im Comic

François Schuiten und Benoît Peeters stellen in "Brüsel" die Architektur eines imaginären Brüssel in den Mittelpunkt der Handlung; Jason Lutes baut in seiner Trilogie "Berlin" im wörtlichen Sinne seine Handlung um Berlin herum; "Gotham City" wird oft als düsteres Abbild der Architektur und Skyline von New York City gewertet, Sebastian Strombach zeichnet die Baugeschichte des Berliner Schlosses in Panoramen und inhaltlichen Sequenzen und und und. Es wurde bislang allerdings überraschend wenig untersucht, welche Bedeutung der Raum als konkrete, topographische und architektonische Referenz auf Orte, Städte, Bauwerke und ihnen zugehörige Praktiken im Comic spielt – und das, obwohl die Geschichte des Comics sogar historisch...
Paul Winck und Sebastian Strombach zeichnen den Comicladen Renate in Berlin

RENATE. Urbane Kultur in Gefahr

Ein Gastbeitrag von Sebastian Strombach RENATE in der Torstraße © Paul Winck und Sebastian Strombach Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, das ist nicht neu, bedrohen die urbane Kultur auf allen Ebenen. Die ohnehin stattfindende Verdrängung oder oft gleich die Schließung besonderer Orte – vom Kiosk bis zum Buchladen, Freiräume für spontane Aktionen sowie etablierte Kunst- und Kulturorte – aufgrund der seit Jahren immens und offenbar unaufhaltsam steigenden Immobilienpreise wird durch die Pandemie nochmals verschärft. Als Netzwerk für urbane Kultur sind wir von dieser Entwicklung betroffen. Im realen wie im übertragenen Sinn. Daher wollen wir nun stärker auch wieder Plattform sein für...
Coverfoto Übergangsräume von Michnik und Nowack

Übergangsräume. Die Bushaltestellen auf der Berliner Stadtautobahn – OUT NOW!

von Tobias Michnik und Leander Nowack. Jetzt bestellen Man sieht sie eigentlich nicht. Man muss wissen, dass sie da sind. Tobias Michnik und Leander Nowack machen sie mit ihrem Buch für alle sichtbar. Und ist man einmal aufmerksam geworden, kann man sie nicht mehr übersehen: Die – ehemaligen – Bushaltestellen auf der Berliner Stadtautobahn. Bushaltestellen auf der Stadtautobahn, das klingt paradox. Ist doch die Autobahn eigentlich der Ort, an dem die Trennung der Verkehrsmittel perfekt wird, an dem der Verkehr ungehindert fließen können soll und wo insbesondere Fußgänger keinen Zutritt haben. Das Kuriosum entstand im West-Berlin der 1950er Jahre: Autobahnbuslinien...
Berlinische Galerie Anything Goes Modell Friedrichstraße

“Anything Goes?” Fragen zur Berliner Postmoderne

Ein Gastbeitrag von Felix Richter Ist das noch MODERN oder schon POSTMODERN? Die eben eröffnete Ausstellung: "Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre" in der Berlinischen Galerie stellt diese Frage nicht explizit, vielmehr ist sie Impulsgeber, im schillernden Kaleidoskop der geteilten Berliner Baugeschichte noch einmal gezielt dieser Frage nachzugehen. Moderne oder Postmoderne? Ob als gesellschaftliche Epochendiskussion oder ästhetische Stildebatte – nur selten gehen die Einschätzungen von ArchitektInnen, KunsthistorikerInnen und Architekturinteressierten so lebhaft und facettenreich auseinander wie im Fall des vielfach postulierten Übergangs zur Postmoderne, der mehrheitlich in den frühen 1970er Jahren gesehen wird: Folgt auf die zukunftszugewandte Ära der Moderne tatsächlich eine...
Web-App der Berlinischen Galerie zur Ausstellung Anything Goes

Raus in die Stadt! Rein ins Museum! “Anything Goes?” in der Berlinischen Galerie

Gestern öffnete die Berlinische Galerie nach dem langen Lockdown ihre Glaspforte für BesucherInnen. Gezeigt wird – seit sechs Jahren nun endlich mal wieder – eine große Architekturausstellung: Anything Goes? Berliner Architekturen der 1980er Jahre. Damit setzt die Architektursammlung des Landesmuseums für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur die Aufarbeitung von Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne fort, die sie 2015 mit der Schau "Radikal Modern" begonnen hatte. Für "Anything Goes?" haben die Kuratorin Ulla Müller und ihr Team die Museumssammlung durchforstet und zugleich mit zahlreichen ArchitektInnen und PlanerInnen zusammen gearbeitet, die damals für die Stadtentwicklung in Ost- und West-Berlin gewirkt haben: darunter...
Titelbild re:publica 2021

CfP re:publica 2021

Der Call for Participation für die re:publica 2021 ist geöffnet. Bis zum 21.03.2021 können Themen, Ideen, Projekte, Podiumsdiskussionen oder Performances in Form von Videos und Links eingereicht werden. Das Motto der diesjährigen re:publica, die vom 20.–22. Mai 2021 digital stattfinden wird, ist "In the Mean Time". Gemeint ist damit die Zwischenzeit zwischen Prä- und Post-Corona, die wir als eine mean (denkbar unerfreuliche, miese) Zeit gerade erleben. Die zentralen Fragestellungen der Konferenz, die dieses Jahr zum 14. Mal stattfindet, drehen sich um die Gegenwart und die Zeit nach der Pandemie: "Was hat sich „In The Mean Time“ verändert, welche Themen sind...
Eiszapfen vor Eisenbahnlandschaft

Was bleibt der Metropole im Lockdown?

Eiszeit, Kälte und Erstarrung oder die Schönheit der Ruhe? Urbanität und Lockdown. Berlin ist nicht Berlin im Lockdown, das steht im Grunde außer Frage. Oder? Was sich genau verändert hat – oder derzeit anders ist als sonst –, wo die Berliner Identität unverändert geblieben oder sogar intensiver geworden ist und wie die Berliner*innen ihre Stadt und ihr persönliches Leben in der ruhig gestellten Metropole wahrnehmen, das erforscht derzeit Majken Bieniok von der Hochschule für angewandte Pädagogik. In ihrem Forschungsbeitrag, so Bienok, "sollen die Auswirkungen der Lockdown-Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie weltweit von Behörden ergriffen wurden, auf die Metropole...

Von Vision (und Wirklichkeit) der größten autoreduzierten Innenstadt der Welt: Der Volksentscheid Berlin autofrei.

Für viele progressive Planer:innen klingt es zu schön, um wahr zu sein: Die größte autoreduzierte Innenstadt der Welt plant der „Volksentscheid Berlin autofrei“. Im Herbst 2019 noch als kleine Gruppe zusammengefunden umfasst das Team der Initiative mittlerweile rund 100 Berliner:innen, die sich ehrenamtlich engagieren und organisieren. Da der Senat ihrer Ansicht nach keine ausreichenden Maßnahmen für eine echte Verkehrswende ergriffen habe, nahmen sie die Sache selbst in die Hand. Und nun steht ihr Gesetzentwurf fest. Was genau das Team fordert? Welche Hürden dafür noch genommen werden müssen? Welches neue Instrument dafür eine Schlüsselrolle spielt? All das hat urbanophil-Redakteur Kilian Flade...

War was? – Ein Lockdown-Spaziergang in Moabit

Wie viele andere Menschen gehe auch ich seit Ausbruch der Pandemie regelmäßig spazieren. Mitte Dezember, am ersten Tag des zweiten „harten“ Lockdowns, bin ich einmal die Turmstraße auf und ab geschlendert, eine belebte Einkaufsstraße in Berlin-Moabit. Was hat sich verändert, seit die neuen Einschränkungen in Kraft sind? Leider ziemlich wenig. Gleich mein erster Gedanke, als ich auf die Straße trete: „Ist ja genau wie gestern“. Auf dem Bürgersteig herrscht geschäftiges Treiben, die Schaufenster erleuchten das trübe Wintergrau, der Verkehr rauscht wie eh und je. Kein Vergleich zum ersten Lockdown im Frühling, als wochenlang eine Ruhe über der ganzen Stadt lag,...
Vereine Palast Jetzt Screenshot der Internsetsesite

palast.jetzt

Ganz ohne Nostalgie, sachlich, ironisch und in der erinnerungspolitischen Intention bitterernst: Pünktlich zur Eröffnung des Humboldt-Forums ging die Homepage des Vereins palast.jetzt e.V. online. Der Verein möchte "dazu beitragen, dass die konfliktive Geschichte in der Berliner Mitte präsent bleibt und verhindern, dass mit der Fertigstellung der Schlossbaustelle eine jahrzehntelange Debatte vermeintlich endet." Ziel ist laut Satzung der Neubau des Palasts der Republik. In einem Fünf-Punkte-Plan stellt die Initiative aus Künstler:innen, Architekt:innen, Denkmalpfleger:innen und Kulturschaffenden ihr Vorgehen zur Verwirklichung dieses Ziels vor. Logisch, da bietet sich Copy&Paste mehr als an. Denn die Schlossherren haben ja Stück für Stück vorgemacht, wie man...