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Garten von Remzi Karatas Museum Friedrichshain Kreuzberg aus dem buch Recht auf Erbe von Gülsah Stapel

Einladung zur Book Release am 9.2.23 “Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft” von Gülsah Stapel

„Wenn es nicht in unserem Archiv erfasst ist, dann existiert es nicht.“ Diese Aussage einer Archivarin in Star Wars Episode II erweist sich nicht nur im Film als wahr und unwahr zugleich, sondern auch und insbesondere im öffentlichen Raum der Stadt. Eines von vielen Beispielen dafür ist der hier gezeigte Garten von Remzi Karatas auf dem Hof des FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museums, dessen Geschichte am 9. Februar bei der Buchvorstellung von Gülsah Stapels "Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft" erzählt werden wird. Mit seinen Bauwerken, Straßen, Plätzen, Kunstwerken und gesetzten Erinnerungszeichen stellt der öffentliche Raum ein gemeinsames Erbe der Stadtbewohner*innen dar,...
Jena Nord Modell

Dem Mythos auf der Spur: Das Kollektiv. Formen und Vorstellungen gemeinschaftlicher Architekturproduktion in der DDR

Das Kollektiv. Formen und Vorstellungen gemeinschaftlicher Architekturproduktion in der DDR.ist am 15. Dezember 2022 bei Urbanophil erschienen und hier bestellbar. Im Schatten der Berliner Prestigebauten – ob Palast der Republik oder Kino International – entstanden in der DDR eine Reihe weit weniger beachtete, bei weitem aber nicht weniger markante Bauwerke der Ost- und Postmoderne. Der in Pastell getauchte Bowlingtreff Leipzig, die wundervolle Zitronenpresse in Gera, das historistisch ernste Fünfgiebelhaus in Rostock oder das Pumpspeicherwerk Hohen­warte: Bauten, die noch nicht in Gänze entdeckt worden sind und deren Baugeschichten auch Geschichten über das kollektive Arbeiten erzählen können. Das Kollektiv lädt ein zur architektonischen Entdeckungsreise, zeigt so manches Unbekanntes und blickt dabei hinter...
Fernsehwerkstatt in Berlin Kreuzberg aus dem Buch Recht auf Erbe von Gülsah Stapel

Music first! Playlist zum Buch “Recht auf Erbe in der Migrationsgesellschaft”

Eine Fernsehwerkstatt in Berlin-Kreuzberg. Als die Stadtforscherin Gülsah Stapel mit dem türkischen Betreiber der Werkstatt ins Gespräch kam, tauschten sie Geschichten zu vergangenen Fernseherlebnissen aus. Das bunte, fiepende Testbild in der Nacht, Lieblingssendungen und wegweisende Nachrichten, die die ganze Familie gemeinsam schaute. Angeregt durch das Thema Fernsehen erinnerten sich beide noch an ganz andere Ereignisse und an Orte aus der Berliner Stadtgeschichte. Stapel erfuhr zum Beispiel, dass die Familie des Besitzers, die vor Jahrzehnten als Gastarbeiter*innen aus der Türkei nach Deutschland gezogen war, an zahlreichen politischen Demonstrationen teilgenommen hatte und welch ein wichtiger Ort der benachbarte Mariannenplatz in der Lebensgeschichte...
Vittinghoff Ansichten einer bescholtenen Stadt

Rezension: Ansichten einer bescholtenen Stadt. Christian Vittinghoff

Die »Seelengeografie« einer Großstadt.Italienischer Espresso und Tusche auf Papier Dokumentiert von Gastautor Artemi Rashba Dem Buch- und Ausstellungsprojekt Ansichten einer bescholtenen Stadt des Künstlers Christian Vittinghoff liegt dessen gleichnamige Bilderserie über die fränkische Metropole Nürnberg zugrunde. Die Darstellungen werden begleitet von ausgewählten literarischen Beiträgen, die von Prosa bis Poesie und vom »Fränggisch« bis zum Hochdeutschen variieren. Eines haben alle Texte und Illustrationen jedoch gemeinsam. Sie alle verbindet das Thema: »Stadt… in der wir leben, die wir sehen, schön und hässlich, und die wir immer wieder neu entdecken.« Vittinghoffs ebenso neugierige wie kritische Betrachtung gilt urbanen Verhältnissen seiner kantigen und doch...

SWZPLN – Schwarzpläne für alle!?

Ein Gastbeitrag von Timo Bilhöfer Schwarzplan von Tokyo. In drei Klicks erstellt mit swzpln.de © OpenStreetMaps Contributors Sie sind ein integraler Teil des Architektur- und Stadtplanungsstudiums, werden bei den meisten Wettbewerben gefordert und machen die Morphologie der Stadt schnell und einfach ablesbar: Schwarzpläne. Zusätzlich haben sie einen hohen ästhetischen Wert. Trotz ihrer Omnipräsenz (zumindest im deutschsprachigen Raum) sind Schwarzpläne und andere Plandaten immer sehr schwer zu bekommen. Entweder sie sind sehr teuer, werden nur von offiziellen Ämtern ausgegeben oder, gerade für aus eurozentrischer Sicht weniger beachtete Orte, existieren sie gar nicht. Daher entwickelte ich die Webseite swzpln.de. Sie erstellt kostenlos...

Buchrezension: Das Soziale-Orte-Konzept von Jens Kersten, Claudia Neu, Berthold Vogel

Abb. transcript-Verlag In ihrem Buch „Das Soziale-Orte-Konzept. Zusammenhalt in einer vulnerablen Gesellschaft“ entwickeln Jens Kersten, Claudia Neu, Berthold Vogel ihre Idee Sozialer Orte aus dem Jahr 2017 weiter und beziehen diese in einer Fallstudie auf aktuelle gesellschaftliche Notwendigkeiten. Neben den Auswirkungen der Coronapandemie sind dies vor allem veränderte Infrastrukturausstattungen sowie damit verbundene Begegnungsorte in ländlichen Räumen. Grundlage für die Weiterentwicklung des Konzepts Sozialer Orte ist das BMBF-Projekt „Das Soziale-Orte-Konzept. Neue Infrastrukturen für gesellschaftlichen Zusammenhalt“, das von 2017-2020 umgesetzt wurde und in den zwei Landkreisen Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen) und Waldeck-Frankenberg (Hessen) erkundete, wie sich Vergemeinschaftung in vielfältigen (ländlichen) Räumen exemplarisch gestaltet. Dabei...

In Deiner Hand…

Die Tage werden länger und jetzt ist die beste Zeit des Jahres, den schönsten Blickpunkt zum Fernsehturm einzunehmen: Karl-Liebknecht-Straße, Ecke Hirtenstraße.Hirtenstraße ist diese kleine Gasse die vom Babylon hinters Babylon führt. Wenn Mensch sich in dieses Gässchen wagt, begegnet uns an der Ecke ein sehr grosser kräftiger Herr.Etwas versteckt, weil mittlerweile ziemlich zugewachsen, daher unbedingt in Winter zu besuchen, weisst uns der Herr mit ausgestreckter Hand freundlich darauf hin, was er und seinesgleichen hier einst taten.Bauen natürlich. Und zwar nix geringeres als den Fernsehturm, dessen Kugel er in den Fingern seiner kräftigen Hand hält (wenn nicht gerade Drei der größten...

Buchrezension: “Integrierte Stadtentwicklungsplanung” von Stefan Heinig

In seinem Buch zur "Integrierten Stadtentwicklungsplanung" gibt Stefan Heinig einen ausführlichen und gut strukturierten Überblick zum Thema. Eine Empfehlung kann vor allem für die Lehre sowie für fachlich interessierte Neueinsteiger ausgesprochen werden. Mit dem Satz "Ohne die Coronapandemie wäre dieses Buch nicht entstanden" beginnt Stefan Heinig seine Danksagung am Ende von "Integrierte Stadtentwicklungsplanung. Konzepte - Methoden - Beispiele" und verweist damit darauf, dass er in seinem Sabbatical eigentlich zu reisen geplant hatte, nun aber zuhause bleiben musste und deshalb mit der Arbeit an diesem Buch begann. Auch wenn das Reisen für die eigene Weiterentwicklung sicherlich auch ein Gewinn gewesen wären,...

Ethik einer Institution

Die Zeitschrift des BDA hat mit Ihrer Ausgabe 1/2022 ein neues Design – und einen neuen Namen. Eine starke Entscheidung! Herzlichen Glückwunsch! Und passend zu dieser mutigen Neuerung ist auch das Thema: Was ist gut? Ethik der Architektur. Die Ausgabe fragt nach den ethischen Grundlagen, auf denen Architektinnen und Architekten in Zukunft ihre Arbeit für die Gesellschaft, ihre Individuen und deren Zukunft ausüben wollen. Das Ende der Ressourcen, der Klimawandel, die weltweiten Wanderungsbewegungen und die politischen und sozialen Verwerfungen unserer eigenen und der globalen Gesellschaft erfordern eine Neuorientierung derjenigen, die sich verantwortlich fühlen für die Gestaltung der individuellen und der...
Bemalte Garage in Berlin Neu-Tempelhof

Garagen: Manifest auch in West

Ein Leserbrief an die Autor:innen und den Fotografen des Buches "Das Garagenmanifest". Liebe Luise Rellensmann, lieber Jens Casper, lieber Martin Maleschka, herzlichen Dank dafür, dass Ihr dieses schöne Buch zur Garagenkultur in der DDR gemacht habt! Da werden einige persönliche Erinnerungen wach an längst vergangene Zeiten, als es beispielsweise im Prenzlauer Berg noch Garagenhöfe gab. Ganz verwildert war diese kleine Garagensiedlung, die sich Anfang der 2000er auf der Ecke Stargarder Straße / Senefelder Straße befand. Ein Versteck, ein Rückzugsort für spontane Nutzungen, wahrscheinlich deswegen mittlerweile ein aufgeräumter Stadtplatz mit Tischtennisplatten für die neue Jugend im Bezirk. Und auch einige der...