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Landpartie zum Rohkunstbau

Wunderschön gelegen am Schlänitzsee liegt das kleine Schloss Marquart, bis zur Machtergreifung der Nazis ein Hotel der Kempinski-Kette. Anschließend wurde es durch verschiedene Nutzer im Inneren immer wieder verändert, was den besonderen Reiz beim Durchwandern der Räume ausmacht. Eigentlich ist das Schloss nicht zugänglich, im Sommer aber gastiert hier die XVII. Rohkunstbau-Ausstellung. Ab heute werden werden zeitgenössische Kunstwerke, Installationen und Videoarbeiten von 10 Künstlern aus verschiedenen Ländern zum Thema  "ATLANTIS II - Hidden Histories - Imagined Identities" gezeigt. Einmalig an diesem Ort ist die Verbindung von moderner Kunst, morbider Atmosphäre, Schlossarchitektur und traumhaften Ausblicken in den Schlosspark und auf das...

Stadtraum meets Kunst: Die Oberhafenkantine

Das Replikat Oberhafenkantine (Foto: Daniel Feistenauer) Auch wenn die Märchenhütte am Monbijoupark mittlerweile quasi zum Baubestand der Stadt gehört, fällt Sie doch immer wieder erneut ins Auge. Inmitten der zu Steingewordenen Stadt an der Museumsinsel steht eine kleine Holzhütte, bei deren Anblick man sich besonders im Winter in eine andere Zeit, ja an einen anderen Ort versetzt fühlt. Was die Märchenhütte mit ihrem Betrachter macht, nämlich ihn an einen anderen Ort versetzen, machen andere wiederum mit Gebäuden. In der Fachsprache heißt das dann „translozieren“, was so viel bedeutet wie „an einen anderen Ort versetzen“. (mehr …)

Rezension + Tipp: „Post Oil City“

  Noch bis zum 18. Juli ist in der Berliner ifa-Galerie eine höchst empfehlenswerte Ausstellung zu besichtigen: Post Oil City, über die „Stadt nach dem Öl“. Die Ausstellung ist auf Grundlage der gleichnamigen Arch+-Ausgabe vom Januar 2010 konzipiert worden (das Heft ist in der Ausstellung oder über die Website käuflich erhältlich). Post Oil City ist nach den Oberthemen „Nachhaltigkeit“, „Stadtverkehr“ und „Stadtsystem“ gegliedert. Für jedes der drei Themen wurde eine umfangreiche und höchst informative (mehr …)

„Connor hat Depressionen“

Warum bloß ist der Held der Terminator-Saga so unheilvoll erkrankt? Weil er die Welt einmal gerettet hat und nun die Last einer unbestimmten Zukunft trägt? Weil er immerfort kämpft gegen übermächtige Gegner und nicht ausschließen kann, diesen mit seinen Bemühungen gar in die Hände zu spielen? Weil er sich völlig isoliert hat, um den Spürsystemen der Maschinen entgehen zu können? Im Buch „Klimakapseln. Überlebensbedingungen in der Katastrophe“ von Friedrich von Borries – der auch Kurator der gleichnamigen Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe ist – schlüpft der Archivar in die Rolle des Terminators. (mehr …)

Ausstellung: Neues Bauen in Brandenburg

Mehr als achtzig Beispiele für zeitgenössische Baukunst in Brandenburg zeigt eine Ausstellung im Foyer des Hauptgebäudes der Fachhochschule Potsdam. Es handelt sich um die Arbeiten, die zum Brandenburgischen Baukulturpreis 2009 eingereicht wurden - insgesamt hatten Architekten und Ingenieure über 80 Projekte für den mit 15.000 Euro dotierten Preis eingereicht. Eröffnung: Donnerstag, dem 29. April 2010 um 16.30 Uhr Die Ausstellung ist bis zum 14. Mai 2010 täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Ort: Hauptgebäudes der Fachhochschule Potsdam, Kiepenheuer Allee 5

Ausstellung: BOOM/ROOM

BOOM/ROOM präsentiert herausragende Beispiele zeitgenössischer Architektur in Estland, die in besonderer Weise auf den städtebaulichen Kontext reagieren. Die Ausstellung setzt sich mit dem Bauboom in der Baltenrepublik seit Mitte der 90 er Jahre auseinander. Im Zuge des rasanten Wirtschaftsaufschwungs 2000 – 2008 hat sich das Gesicht der estnischen Städte deutlich verändert.Zugleich erfüllte sich der Traum vieler Esten: Arbeiten in einer westlich anmutenden Großstadt und Wohnen im privaten Eigenheim mit Garten. Als Folge des schnellen Bauens ist jedoch vielerorts ein fragmentierter Stadtraum entstanden, da es bisher in Estland kaum Planungsrichtlinien gibt, die für zusammenhängende, lebenswerte Stadtstrukturen sorgen. Umso wichtiger ist die...

Wendepunkt(e) im Bauen – Von der seriellen zur digitalen Architektur 18.3.-13.6.2010 in der Pinakothek der Moderne

Mit einer großen Ausstellung würdigt das Architekturmuseum der TU München aktuell den Pionier der Präfabrikation. Konrad Wachsmann, der 1959 in seinem Hauptwerk, 'Wendepunkt im Bauen' die anbrechende Industrialisierung des Bauens ankündigte, erscheint wieder aktuell – kommt doch die ökonomische Leichtigkeit der Prefab-Häuser in Zeiten des ökologischen Bauens neu in Mode, während zugleich digitale Methoden neue Möglichkeiten der exakten Vorfertigung eröffnen. Die Veranschaulichung der konstruktiven Ideen gelingt der Schau vor allem mit Hilfe nachgebauter Modelle, die durch Computeranimationen und Filmmaterial ergänzt werden. So steht man ebenso staunend wie die Architekten der 50er Jahre einer Ikone der Zeit gegenüber: dem Flugzeughangar, der...

Ausstellungseröffnung | EINER ZOG AUS – New York

Ein Monat in New York im letzten Herbst wurde von EINER ZOG AUS zum Anlass genommen, vor Ort Kleidung herzustellen. Oder war es umgekehrt: Sich einen Monat ins Kleidermachen zu vertiefen war Anlass dafür, ein Apartment in Brooklyn zu mieten. Auf der Suche nach einer alternativen Produktionsweise, dem Versuch, den Entwicklungsprozess aus gewohnten Konventionen und zielgerichteten Strukturen herauszuholen, wurden die Nähmaschinen in den Koffer gepackt und auf die andere Seite des Ozeans geflogen – rundum gewappnet mit den großen Erwartungen an einen Mythos, gleichzeitig der Gewissheit, dass das zu Erwartende nicht auszumalen ist. Eine Art stoische Konzentriertheit, ein stiller Fokus,...

Unterstützungsaufruf | Residenzpflicht – Invisible Borders

Wir berichteten demletzt über die Ausstellungseröffnung von "Residenzpflicht - Invisible Borders" und müssen nun diesbezüglich einem Aufruf aus traurigem Anlass bekannt machen. Denn... in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 2010 brannte das "Haus der Demokratie" in Zossen nach einem rechtsradikalen Anschlag komplett nieder. Zu dem Zeitpunkt befand sich auch die Ausstellung "Residenzpflicht - Invisible Borders" in dem Haus und wurde vollständig zerstört. Nun suchen die Organisatoren nach UnterstützerInnen, die mit Sach- und Geldspenden helfen können, um die Ausstellung neu aufzubauen. Das erste Orga-Treffen fand hierzu bereits statt, aber Interessierte können sich per E-Mail an die Organisatoren wenden.

Berlin 89/09 – Kunst zwischen Spurensuche und Utopie

Mit dem Mauerfall stand Berlin über Nacht im Zentrum einer neuen Aufmerksamkeit. Vom Repräsentant zweier gegensätzlicher Gesellschaftssysteme wurde die Stadt zum Grad messer der Wiedervereinigung und zur Projektionsfläche gesellschaftlicher, kultureller und architektonischer Neuentwürfe. Der tiefgreifende Wandlungsprozess, der sich seither in Berlin ereignet, wurde dabei nicht nur von zahlreichen öffentlichen Debatten um die Konstruktion der neuen Hauptstadt begleitet, sondern war von Beginn an Thema künstlerischer Recherche und Intervention und wurde Auslöser kommentierender, alternativer wie utopischer Entwürfe. Mit der Ausstellung Berlin 89/09 – Kunst zwischen Spurensuche und Utopie zieht die Berlinische Galerie zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer eine vorläufige Bilanz...